Die neue Art der Prüfungsangst

Dies und das

Mittwoch Abend. Nach einstündiger Fahrt mit vier Öffis sitze ich bei der Chorprobe. Gerade als wir anfangen, spüre ich so ein ungutes Kratzen im Hals.
Früher hätte ich mir dabei nie etwas gedacht, da hätte dieses Gefühl wahrscheinlich nicht einmal mein aktives Bewusstsein erreicht. Aber jetzt…

Ohne mein Zutun wandern meine Gedanken zu dem Gurgeltest von heute morgen, dessen Ergebnis noch ausständig ist. Ich bin geimpft, ich müsste mich nicht testen lassen. Doch ich weiß, dass ich trotz Impfung ein Überträger sein könnte. Außerdem habe ich tatsächlich Freundinnen, die sich bereits zwei oder sogar dreimal angesteckt haben. Es kann also jeden treffen.

Und hat der Großvater nicht am Sonntag so verdächtig gehustet? Der ist auch geimpft, hat dafür aber erzählt, dass er sich seit Wochen nicht mehr hat testen lassen. Genauso wie der ganze Rest der Familie.

Unwillkürlich wandern meine Hände zu meinem Handy und ich öffne die Seite des Testzentrums. Das Testergebnis ist noch ausständig. Das ist keine Überraschung, denn sobald es ein Ergebnis gibt, bekommt man ja eine Email. Trotzdem klicke ich alle paar Sekunden auf „Aktualisieren“.

Gleichzeitig überlege ich, ob es nicht besser wäre, sicherheitshalber nach Hause zu fahren. Aber nur wegen ein bisschen Halskratzen? Nachdem ich so lange hierher gebraucht habe? Und wie schaut denn das aus, wenn ich nach zehn Minuten wieder aufstehe und gehe. Außerdem wird Test ja wohl sowieso negativ sein. Aber was, wenn nicht?

Während ich weiterhin die Seite im Zehn-Sekunden-Takt aktualisiere, male ich mir aus, was ich tun würde, wenn das Ergebnis positiv wäre. Aufstehen und die Hiobsbotschaft einfach in den Raum stellen? Sich diskret beim Chorleiter verabschieden und es ihn verkünden lassen, wenn ich weg bin? Und wie käme ich überhaupt nach Hause? Einfach mit der U-Bahn? Krankentransport rufen?

Sobald man sich irgendwo aus heiterem Himmel und ohne ersichtlichen Grund auf einmal eine Maske aufsetzt, weiß sowieso jeder Bescheid. Das hatte ich vor eineinhalb Jahren schon, als Unwissenheit und Vorsicht noch groß und das Chaos noch größer war und wir den ersten Verdachtsfall in der Schule hatten. Wir durften zwei Stunden lang niemandem etwas erzählen, aber wenn zwölf Lehrer von einem Moment auf den anderen plötzlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen und ihren Platz nicht mehr verlassen, was soll man sich da denken? Das war übrigens auch der Tag meines ersten Corona-Tests.

Diesmal ist die Angst vor dem Ergebnis wesentlich weniger groß als damals. Aber weg ist sie nicht. Beim Proben von „Raging Fire“ singe ich volle Inbrunst „We will live until we die“, und wünsche mir, während meine Stimme den Noten im Refrain auch über die oberste Notenzeile hinaus folgt, meine Unbeschwertheit zurück.

20 Uhr 31. Beim letzten Mal habe ich das Ergebnis um 19:14 schon gehabt, finde ich heraus. Vielleicht wird das heute nichts mehr, schließlich habe ich den Test in der Früh nicht pünktlich vor neun, sondern zehn Minuten zu spät eingeworfen. Ich finde mich damit ab und aktualisiere nur noch alle paar Minuten.

Ich kenne ja aus meine Studienzeit noch diese Prüfungsangst, die bei mir glücklicherweise nie wirklich stark ausgeprägt war. Da war aber nach der Prüfung immerhin das schlimmste vorbei, das Warten aufs Ergebnis war zwar nervenaufreibend, aber da konnte eigentlich nichts mehr passieren.
Hier ist es anders. Da fängt das Bauchweh mit dem Test erst an. Das Herzklopfen wird immer schlimmer. Immer mehr Menschen fallen einem ein, mit denen man in den letzten Tagen Kontakt hatte – den man eigentlich auch hatte vermeiden können, wollte man wirklich auf Nummer sicher gehen. Und man will einfach auf keinen Fall Schuld sein, dass jand wegen der eigenen Fahrlässigkeit in Quarantäne muss – oder ins Krankenhaus.

Zwei Minuten vor Probenende kommt dann doch noch das ersehnte Ergebnis, mit Email und Allem. Das Herzklopfen ist kaum zum Aushalten. Soll ich den Befund jetzt überhaupt öffnen? Ist ja jetzt schließlich auch schon egal. Ich könnte alle in zehn Minuten, wenn ich schon draußen bin, per WhatsApp informieren. Aber ich halte diese Ungewissheit einfach nicht mehr länger aus. Ich klicke auf den Link, vergesse in der Panik beinahe mein Geburtsdatum. Negativ.

Den Stein, der mir vom Herzen fällt, kann man beinahe auf dem Boden aufschlagen hören. Die Anspannung ist plötzlich weg und ich fühle mich befreit. Und auf einmal überkommt mich die Lust auf ein kühles Bier.

Ob ich die Geschichte so erzählt hätte, wenn der Test anders ausgefallen wäre, weiß ich nicht. Aber sie hat mir gezeigt, wie sehr mich die letzten Monate geprägt haben, auch wenn ich nicht direkt betroffen war. Ich selbst kenne niemanden, der an Corona gestorben ist. Sehr wohl kenne ich aber Menschen, die Angehörige an die Krankheit verloren haben. Und ich möchte nicht dazu beitragen, dass das Virus sich weiter ausbreiten kann. Die Unbeschwertheit wird sich wieder einstellen. Aber nicht heute und nicht morgen.

Urlaub am Achensee (Lieblingsfotos)

Fotografie

Diese Woche poste ich direkt aus dem Urlaub, deshalb sind die Fotos komplett unbearbeitet – und beide mit dem Handy aufgenommen, denn die Kamerafotos werden erst nach der Rückkehr durchgesehen.

Mein absoluter Favorit ist dieses Panorama, aufgenommen am Wanderweg von Achenkirch zur Gaisalm. Der See selbst bietet bereits ein idyllisches Motiv, das hier um einen Blick auf den Wanderweg ergänzt wird. Dadurch wird das Bild gleichzeitig lebendig und persönlich, denn es stellt nicht nur einen wunderschönen Ort dar, sondern erzählt eine Geschichte über einen tollen Ausflug.

Ebenfalls außerordentlich zufrieden bin ich mit diesem für Instagram im Format 1:1 aufgenommenen Blick von der Bergstation der Karwendel-Seilbahn. Der See bildet das Hauptmotiv und befindet sich zentral im Bild. Das Motiv wird von drei Seiten eingerahmt, links durch die Baumgruppe, unten durch die Blumenwiese und rechts durch die Stützen der Seilbahn. Diese Umrandung unterstreicht das quadratische Format, im Gegensatz zu einem erst nachträglich zugeschnittenen Bild.

Nachdem ich mein das Bild auf Instagram gepostet hatte, war ich sicher, es würde eins von hunderten exakt identer Fotos sein, weil das Motiv einfach perfekt für Instagram ist. Doch ganz so offensichtlich dürfte es wohl doch nicht sein, denn eine – zugegebenermaßen flüchtige – Suche ergab keine Treffer. Vielleicht hatte ich also tatsächlich Glück, dieses Motiv zu entdecken.

Hier noch ein Link zu meinem Instagram-Profil: Munakchree

Tomaten und Bohnen

Dies und das

Meine Tomaten haben mir die Ausquartierung in die anhaltende Kälte nur teilweise verziehen. Von den ursprünglich 12 vielversprechenden Pflänzchen entwickeln sich nur drei gut – und von denen habe ich eine beim Hochbinden abgeknickt und damit wahrscheinlich dauerhaft außer Gefecht gesetzt. Die anderen neun Artgenossen sind in den letzten Wochen nicht nur nicht größer, sondern scheinbar kleiner geworden.

Dafür sind meine Buschbohnensamen nach elf langen Tagen des Wartens allesamt aufgegangen. Nachdem gestern Nachmittag noch keine Spur eines Keimlings zu sehen war, waren die Pflanzen heute Früh teilweise bereits bis zu acht Zentimeter hoch.

Buschbohnen vertragen sich gut mit Tomaten, habe ich gelesen, genauso wie Studentenblumen und Basilikum. Also habe ich in einem Schub an Motivation alle diese Samen bestellt und viel zu eng in meine viel zu kleinen Töpfe gepflanzt. Ich bin gespannt, was daraus wird.

Außerdem habe ich als Erfolg der Woche zu verbuchen, dass ich ein Bastelset, dass ich mir vor Jahren gekauft hatte, weil ich die Idee gut fand, etwas aus alten Socken machen zu können und die Anleitung wollte, und weil mich die Box als sehr praktisch und tendenziell brauchbar angesprochen hat, unter den kritischen Blicken meiner Tochter, die fleißig geholfen hat, die Katze mit Watte zu füllen, endlich fertig gestellt habe.

Farbakzente

Fotografie

Inspiriert durch eine Plakatserie, auf die ich im Eingangsbereich eines Wohngebäudes gestoßen bin, ist diese interessante Reihe von Bildern entstanden. Die ursprüngliche Idee war es, Aufnahmen mittels gerader Linien scharf in farbige und monochrome Bereiche zu teilen. Die verwendeten Motive wurden gezielt mit dieser Motivation ausgewählt.

Gearbeitet wurde im Bildbearbeitungsprogramm GIMP mit mehreren Ebenen, bei denen jeweils unterschiedliche Kontraste eingestellt wurden. Mittels Ebenenmasken wurden Teile der Ebenen transparent gemacht und so die unterschiedlichen Bereiche in den Bildern erzeugt.

Die erste Aufnahme entstand am Wiener Reumannplatz. Die Grünfläche bot sich für eine Unterteilung in einen farbigen und einen schwarz-weißen Bereich auf Anhieb an, da nur ein Teil mit bunten Blumen bepflanzt war und die Linie zwischen diesem und dem blütenlosen Teil sofort ins Auge sprang. Entlang dieser Linie wurde dann auch die Grenze zwischen den beiden Bildbereichen gezogen.

Durch den starken Kontrast zwischen bunt und farblos, zwischen üppigen Blüten und karg bepflanztem Boden, zwischen großen Bäumen und nackten Stahlträgern, entsteht der Eindruck, dass die beiden Aufnahmen in ihrer Entstehung zeitlich weit auseinanderliegen. Dabei handelt es sich in Wahrheit um ein und dieselbe Aufnahme, die bis auf die vollständige Entsättigung des linken Bildbereichs nicht bearbeitet wurde.

Die zweite Aufnahme zeigt einen Feuerfisch im Aquarium des Schönbrunner Tiergartens in Wien.

Die Linien, die den mittleren Bereich vom monochromen Hintergrund abgrenzen, sind parallel zur Bewegungsrichtung des Fisches, sowie zur gedachten Kante der Schwämme gezogen, an denen der Fisch vorbeischwimmt. Um das Bild lebendiger zu machen und etwas Tiefe zu verleihen, wurde der farbige Bereich um die beiden am oberen Rand herausragenden Schwämme erweitert.

Der Kontrast im mittleren Bereich ist sehr stark erhöht, während er im Hintergrund beinahe auf das Minimum reduziert wurde. Gleichzeitig wurde der Farbton der monochromatischen Bereiche leicht ins Gelbliche verschoben, um mit der Farbe der gelben Schwämme im Vordergrund zu harmonieren.

Bei dieser letzten Aufnahme, die ebenfalls im Schönbrunner Tiergarten entstand, ließ ich mich durch das wilde Treiben im Flamingo-Gehege zu einem hemmungslosen Experimentieren mit Kontrasten hinreißen.

Bei diesem Bild gibt es keine scharfe Trennung der Bereiche, dennoch hebt sich der quietsch-bunte Vordergrund eindeutig vom stark entsättigten Hintergrund ab. Um den Gegensatz noch weiter ins Extreme zu treiben und dem Hintergrund mehr optische Ruhe zu verleihen, wurden die Farbtöne des Gebäudes in Richtung Grün verschoben und auch der überbelichtete und somit beinahe weiße Himmel wurde mit dem Pinsel in einem pastelligen Grün eingefärbt.

Im Gegensatz dazu ist der Vordergrund voller Farbe und Bewegung, der Kontrast ist hier auf einem Maximum. Um das Wasser im Vordergrund blau einzufärben, wurde eine dritte Ebene mit stark veränderten Farbtönen eingefügt.

Das entstandene Bild zieht mit seinen knalligen Farben sofort den Blick auf sich. Der extreme Gegensatz zwischen Vorder- und Hintergrund lässt den Blick immer wieder hin- und herspringen. Wie bereits in der ersten Aufnahme hat es auch hier den Anschein, als wären zwei unterschiedliche Aufnahmen zu einer zusammengefügt worden. Durch die starken Kontraste und die veränderten Farbtöne ist der Effekt bei den Flamingos allerdings noch viel stärker.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis dieses Experiments sehr zufrieden, die Bearbeitung der Bilder und das Ausprobieren verschiedener Einstellungen hat auch riesigen Spaß gemacht.

Der Vollständigkeit halber und um einen Vergleich zu ermöglichen, hier die Originalbilder:

Warum eine hohe Erfolgsquote nicht zwingend ein Erfolg ist

Dies und das

Die aktuelle Corona-Situation stellt für viele Bevölkerungsgruppen eine besonders große Belastung dar. Darunter fallen zweifelsohne die Schüler, die von heute auf morgen plötzlich ins Distance Learning katapultiert wurden und das gleich für mehrere Monate – im Schuljahr 2019/20.
Wir schreiben das Schuljahr 2020/21 und in diesem war die Situation schon wesentlich besser einschätzbar, dass es wieder kürzere oder längere Phasen des sogenannten „ortsungebundenen Unterrichts“ geben würde, darauf hätte man sich mental bereits im Sommer einstellen können, spätestens jedoch im Herbst, als die Infektionszahlen in bis dahin nicht dagewesene Höhen schnellten.

Dennoch ist es nicht von vornherein falsch, den Jugendlichen in einer solchen Situation bis zu einem gewissen Grad entgegenzukommen, vielleicht sogar mehr durchgehen zu lassen als gewöhnlich. Aber alles hat seine Grenzen.

Gerade während ich diese Zeilen schreibe, sitzen unsere Maturanten zwei Stockwerke höher und schreiben ihre Mathematik-Klausur. Ich habe die Angaben schon gesehen. Einzelne Aufgaben sind vordernd, großteils lässt sich die Matura aber mit ein wenig Grundwissen und einfachen Überlegungen schaffen. Bei einer Aufgabe geht es etwa darum, um wieviel Euro ein bestimmtes Produkt verbilligt ist, wenn der Prozentsatz bekannt ist. Bei einem anderen Beispiel muss man die Wahrscheinlichkeit berechnen, bei mehreren Münzwürfen öfter Kopf als Zahl zu werfen. Alles klassische Aufgaben, wie auch ich sie schon in meiner Schulzeit lösen musste. Der große Unterschied ist, dass auch die Lehrer vorher nicht wussten, welche Fragen heute gestellt werden.

Die Zentralmatura, vor Allem in Mathematik entwickelt sich seit ihrer Einführung vor einigen Jahren ständig weiter – aber was genau wird eigentlich evaluiert, wie wird bewertet und was ändert sich?

Zunächst einmal sollte man sich fragen, worauf der leichte Rückgang des Anteils an erfolgreich absolvierten Prüfungen nach Einführung der Zentralmatura überhaupt zurückzuführen ist. Eine der Grundideen der Zentralmatura ist es immerhin, ein einheitliches Grundniveau jener zu garantieren, die ein positives Maturazeugnis vorweisen können. Unis und Arbeitgeber sollen sich darauf verlassen können, dass zentral festgelegte Grundlagen von jedem Maturanten beherrscht werden. Lehrer sollen nicht mehr mit „freundlichen“ Angaben ganze Klassen „durchwinken“ können.

Würde man nun erwarten, dass sich durch diesen neuen Anspruch das Ergebnis nicht ändert, müsste man ihn von vornherein nicht stellen. Ein Gleichbleiben der Erfolgsquote hätte nur gezeigt, dass die gesetzte Maßnahme nicht nötig gewesen wäre. Dass besagte Quote tatsächlich um einige Prozentpunkte gesunken ist, hätte also eigentlich als Erfolg verbucht und auch so präsentiert werden können. Leider wurde das durch die Medien verhindert, die lautstark verkündeten, dass die Zentralmatura „zu schwer“ sei. Hier tut sich natürlich da Frage auf, was es genau bedeutet, wenn eine Matura „zu schwer“ ist, wer das entscheidet und welche Ansprüche man an eine Matura stellt.

Und hier genau liegt der Hund begraben. Denn scheinbar ist das Zeil einer Matura in Österreich nicht, sich auf einige Grundkompetenzen zu einigen, die jeder Maturant beherrschen sollte, und dann diejenigen mit einem positiven Abschluss zu belohnen, die sich diese Kompetenzen erfolgreich angeeignet haben.
Scheinbar ist das Ziel einer Matura in Österreich, eine Abschlussprüfung zu designen, die von möglichst vielen Jugendlichen bestanden werden kann.

Deshalb wurde auch als Reaktion auf die ersten Ergebnisse im Schuljahr 2014/15 nicht etwa nach Wegen gesucht, den Schülern diese Grundkompetenzen erfolgreicher zu vermitteln, bei denen es ja nicht, wie böse Zungen oft behaupten, um bloßes Auswendiglernen, also „learning to the test“ geht, sondern eben darum, abschätzen zu können, wie viel Euro man sich tatsächlich spart, wenn etwas 20% verbilligt ist, oder zu verstehen, warum man bei einem Besuch im Casino nicht erwarten sollte, mit mehr Geld hinauszukommen, als man mitgebracht hat.

Auch gab es kaum Versuche, herauszufinden, wo die Schwierigkeiten sowohl bei der Vermittlung der Kompetenzen auf Lehrerseite, als auch beim Erwerb auf Schülerseite liegen.

Stattdessen wurde in den letzten Jahren mehrmals der Punkteschlüssel geändert. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, doch noch „positiv“ zu sein, als „zu schwierige“ empfunden Aufgabenformate wurden abgeschafft und mittlerweile gibt es auch schon „Streichbeispiele“, von den drei Anwendungsaufgaben zählen nur die beiden besseren.

Als Tüpfelchen auf dem I wird nun auch die Note der achten Klasse in die Maturanote einbezogen, womit es nun endlich wieder jedem Lehrer möglich wird, die Schüler, die er besonders gern hat, mit einem fast sicheren Maturaerfolg zu beglücken. Ich will da nicht verallgemeinern, natürlich gibt es als Ausgleich dafür auch die Lehrer, die wollen, dass die Schüler gefälligst für die Matura lernen und ihnen deshalb im Zweifelsfall aus Prinzip einen Vierer ins Zeugnis schreiben.

Und siehe da – wir haben es endlich geschafft! Mit all diesen Anpassungen ist die Erfolgsquote endlich wieder da, wo wir sie scheinbar haben wollten, nämlich auf dem Stand von vor zehn Jahren. Und das ganz ohne eine Reform des Schulsystems! Das bestätigt uns diese tolle Grafik auf orf.at:

Wenn es um die Entwicklung der Matura geht, ist offensichtlich der Weg das Ziel. Sonst müsste man ja fast meinen, wir hätten im letzten Jahrzehnt in dieser Hinsicht nichts erreicht.

Die kleinen schönen Dinge

Dies und das

Auch, wenn es immer wieder größere Projekte gibt, die viel zu lange liegen bleiben – oder gerade deshalb – sollte man nicht auf kleinere Projekte zwischendurch verzichten.

Gerade bei den „Großbaustellen“ kann es oft lange dauern, bis sich Erfolg einstellt, oder man gar davon reden kann, sich einem Abschluss zu nähern. Das kann ermüdend sein und manchmal vergeht einem richtig die Lust. Umso wichtiger ist es, sich mit kleinen Erfolgen zwischendurch selbst bei der Stange zu halten.

In der letzten Woche war ich damit zur Abwechslung mal recht erfolgreich und tatsächlich bemerke ich die Wirkung des Motivationsschubs. Diese wird natürlich auch dadurch verstärkt, dass mit Tanzkurs, Babyschwimmen und Chorprobe demnächst eine Teil des normalen Lebens zurückkehrt.

Hier einige Impressionen meiner Glücksmomente:


Das neulich noch unfertig präsentierte Lesezeichen ist nun tatsächlich fertig geworden.

Und sofort gehört es zu meinen Favoriten (ich sammle Lesezeichen).


Ich habe endlich eine Rezeptidee nachgekocht, die ich schon vor Jahren in einem Rezeptheft für Kinder entdeckt habe.

Einfach vor dem Kochen Spaghetti durch die Würstchen stecken…

… Das Ergebnis schmeckt zwar nicht besser, aber das Essen macht richtig Spaß. Ist doch schön.


Und zu guter Letzt habe ich endlich in die verstaubte Bastelkiste gegriffen und meine improvisierten Blumentöpfe mit Serviettentechnik verschönert.

Ich habe von dieser Technik schon viel gehört und wollte sie seit Ewigkeiten einmal selbst ausprobieren.
Und mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden, ganz zu Schweigen davon, wie schnell und unkompliziert die Umsetzung war.

Großes Plus: Auch für die kleine Tochter, die mit ihren eineinhalb Jahren schon fleißig mitgebastelt hat, ist das Ergebnis ein großer Erfolg. Jedes mal, wenn ihr Blick auf die Dosen fällt, zeigt sie ganz stolz darauf und erklärt, dass sie das mit Mama gebastelt hat. Ein großer Erfolg für einen kleinen Menschen.

Farbenspiel

Fotografie

Da sich in letzter Zeit einfach keine Ausflüge mit Kamera ergeben haben, widme ich mich diese Woche einem Bild, das schon länger in meiner Ablage auf den Auftritt im Rampenlicht wartet.

Von dem Bild geht eine gewisse Spannung aus. Dies liegt wohl an den Gegensätzen, die hier bewusst zum Einsatz kommen. Während das hintere Gebäude mit rechten Winkeln und sich ständig wiederholende Mustern aufwartet, zeichnet sich der vordere Komplex durch zahlreiche Kurven und eine unregelmäßige Stufenform aus.

Das große Haus präsentiert sich beinahe symmetrisch im Bild und lässt reichlich Platz für den einfärbig blauen Himmel, während sich das andere Gebäude beinahe gewaltsam ins Bild drängt und – wie sollte es anders sein – in den Vordergrund.

Je länger man das Motiv betrachtet, umso mehr gewinnt man den Eindruck, das Bild sei eigentlich aus zwei verschiedenen Fotos zusammengesetzt.

Man darf sich fragen, ob der Architekt beim Entwerfen dieses ungleichen Paares ähnliche Gedanken hatte wie ich beim Bearbeiten des Fotos.

Die Bearbeitung

Der Bildausschnitt war bereits bei der Aufnahme gut gelungen. Allerdings musste ich auf der linken Seite den Kran retuschieren, was einfach war, andererseits musste ich den Ast entfernen, der mir rechts oben ins Bild geraten war. Dies stellte sich als etwas schwieriger heraus, da ich hier auch die Fassade des Gebäudes bearbeiten musste.

Unterschiedliche Kontraste

Obwohl ich mit dem Bild an und für sich zufrieden war, spielte ich ein wenig mit den Einstellungen. Ich wollte sehen, was diese starke Motiv, das vor Allem von den bildfüllenden, sich immer wiederholenden geometrischen Mustern lebt, noch zu bieten hatte.

So erstellte ich zunächst eine Version mit sehr niedrigem Kontrast. Diese wirkt unvergleichlich viel sanfter als das Original, der sandfarbene Hintergrund anstelle des blauen Himmels harminiert mit dem Hellgrau des Gebäudes, der Anblick beruhigt.

Die Version mit stark erhöhtem Kontrast verleiht dem Motiv einen surrealen Touch. Die Funktion des Objekts rückt in den Hintergrund, dominierend sind die rosarot hervorstechenden Rechtecke, die in ihrer perfekten Regelmäßigkeit beinahe schon bedrohlich wirken. Dem gegenüber haben die verspielten Kurven im Vordergrund die Farbe von Wasser angenommen und erinnern an Wellen.

Stark reduzierter Kontrast
Hier wurde der Kontrast beinahe auf das Maximum erhöht

Das Spiel mit der Farbe

Die überraschende Farbgestaltung des letzten Bildes, die sich alleine durch die Erhöhung des Kontrastes fast bis zum Anschlag ergeben hat, inspirierte mich zum Experimentieren mit den Farbtönen. Entstanden ist eine Serie, die ein wenig an Andy Warhol erinnert.

Dem Effekt kommt zugute, dass das Bild nur durch zwei Farben dominiert wird, die des Gebäudes und die des Himmels. So kann man sich auf das Zusammenwirken dieser beiden Farben konzentrieren und dazwischen Akzente setzen.

Die kleinen Erfolge

Dies und das

Wer kennt das nicht – man nimmt sich 1000 Dinge vor und tut kein einziges. Letzte Woche habe ich immerhin zwei der Dinge geschafft, die keinen Aufschub duldeten und bei denen ich mich ewig gegrämt hätte, hätte ich den Zeitpunkt verpasst.

Ich habe meine liebevoll am Fensterbrett vorgezogenen Tomatenpflänzchen ins Freie gesetzt. Dafür habe ich extra noch bis nach dem für Montag angekündigten Sturm gewartet. In der warmen Frühlingssonne würden die Pflänzchen bestimmt, angespornt auch durch die Freude über den plötzlich reichlich vorhandenen Platz, wachsen wie verrückt. So dachte ich. Leider wurde es gleich am Tag nach dem Umzug wieder kalt und die Pflänzchen wünschen sich seitdem, glaube ich, wieder in die enge Wohnung zurück. Mittlerweile schauen sie sehr bedauernswert aus. Und ich bedauere sie, kann aber nichts tun, als auf besseres Wetter hoffen.

Besagter Sturm am Montag fegte mir übrigens sämtliche Tulpen über den Haufen, gerade als die in voller Blüte standen. Neulich hatte ich in einem Artikel von bunten Frühlingssalaten mit Tulpenblättern gelesen und war begeistert. Wollte ich unbedingt machen! Dank des Sturms hatte ich nur ein Fenster von ein oder zwei Tagen, um dieses Projekt zu verwirklichen. Und das war dann die zweite Sache, die ich letzte Woche erfolgreich umgesetzt habe.

Not finished

Dies und das

Eigentlich wollte ich hier ja heute ein fertiges Produkt zeigen. Aber das ging sich leider nicht ganz aus.

Ich könnte es jetzt stellvertretend für mein Leben hinstellen, dass die Dinge, die ich mir vornehme einfach nie fertig werden, schon garnicht in der angestrebten Zeit. Tatsächlich bin ich mit meinem Fortschritt aber recht zufrieden. Gut Ding braucht eben tatsächlich Weile und die Fertigstellung ist auch wirklich in greifbarer Nähe.

Das wäre dann übrigens die erste Stickarbeit seit Jahren, die ich tatsächlich fertigstelle, somit feiere ich damit tatsächlich einen großen Erfolg und der wird vielleicht stellvertretend sein für all die vorgenommenen Dinge, die ich in nächster Zeit doch noch durchziehe.

Das Motiv ist eigentlich aus drei Motiven zusammengesetzt, die ich über Etsy erstanden habe.
Um die Schöpfer zu würdigen, hier die Links zu den einzelnen Mustern:

Würfel: https://www.etsy.com/de/listing/778947066/dd-cross-stitch-pattern-for-the
Potion: https://www.etsy.com/de/listing/747240035/health-mana-stamina-potion-bottles
Drache: https://www.etsy.com/de/listing/266611376/dragon-jar-cross-stitch-pattern

Wenn es nichts mehr zu sagen gibt

Dies und das

Anfangs war es noch spannend. Aufregend. Beängstigend. Abgesehen vielleicht von den Wahlabenden, an denen mit Spannung die erste Hochrechnung erwartet wird, hat man mich vor Corona eigentlich kaum vor einen Live-Ticker gebracht. Vor etwas über einem Jahr begann ich dann, alle Nachrichten die es zur Pandemie gab (auch wenn sie damals diesen Titel noch nicht verliehen bekommen hatte) mitzuverfolgen.

Ich wollte ja wissen, was da los war. Was es mit der Krankheit nun tatsächlich auf sich hatte. Schließlich kam es dann tatsächlich zum Lockdown. Am ersten Arbeitstag nach meiner Karenz fuhr ich zu meinem Arbeitsplatz in der Schule, zwei Stunden später fuhr ich wieder nach Hause. Die Schulen waren dann erst einmal für ein paar Wochen geschlossen, aus denen Monate wurden.

Ab da wurde das Lesen des Live-Tickers bald auch quasi zur Dienstpflicht. Schließlich erfuhr man dort als erstes, wie denn die nächste Woche – oder der nächste Tag – in der Arbeit aussehen würde. Auf den offiziellen Erlass oder die passende Verordnung mit der Information, ob man denn nun am Montag den Unterricht von daheim würde abhalten müssen oder in der Schule, wartete man schon mal bis Sonntag Abend. Das ist übrigens immer noch so.

Nach einem Jahr Corona-Nachrichten ist mir nun aber bereits seit einiger Zeit etwas aufgefallen. Es gibt zu Corona einfach nicht mehr wirklich etwas zu sagen. Gesagt wird es trotzdem. Bereits seit Monaten wiederholen sich die Schlagzeilen in Endlosschleife. Die Bundesländer wechseln sich mit der Führung im Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz fast schon zyklisch ab. Will man die Bevölkerung mental auf ein baldiges Schließen des Handels oder der Schulen vorbereiten, häufen sich Berichte von überforderten Ärzten. Geht es in Richtung Öffnung, erschienen plötzlich zahlreiche Experten auf der medialen Bildfläche, die über die negativen Folgen eines Lockdowns sprechen. Weder die Informationen, noch die Argumente sind neu.

Beim Aufschlagen meiner Samstags-Zeitung denke ich nun regelmäßig an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

„Alles auf macht der Mai“, hieß es etwa letzten Samstag auf Seite 4 der Presse. Ausführlich konnte man hier lesen, welche Öffnungsschritte im Mai auf uns zukommen. Das kam mir gar sehr bekannt vor. Tatsächlich stieß ich beim Stöbern durch das Presse-Archiv auf Seite 10 der Ausgabe vom 16.05.2020 auf den Artikel „Das große Aufsperren“. Denn tatsächlich öffnete im Jahr 2020 alles am 15. Mai. Heuer wird es der 19. Mai. Fun-Fact: Das Piktogramm bei der Kategorie „Gastronomie“ ist bei beiden Artikeln haargenau das gleiche. Und täglich grüßt das… na Sie wissen schon.

Ob wir es, gleich dem Protagonisten in besagtem Film, irgendwann schaffen, durch bedachtes und einfühlsames Handeln aus der Schleife auszubrechen, ist fraglich. Denn wagt man sich etwa in die Abgründe des User-Forums im Standard, wird schnell klar, dass auch das Wiederkäuen der Fakten im Monatsrythmus bei vielen Menschen zu keinem Wissenszuwachs geführt hat.

Dass beispielsweise die Impfung nur vor der Ausbreitung des Virus im Körper und damit vor einem schweren Verlauf, nicht aber vor der Vermehrung und Verbreitung im Rachenraum und damit einer potenziellen Ansteckung anderer schützt, ist nach wie nicht zu jedem durchgesickert, wie sich herausstellt, auch nicht zu unserem Nationalrat, der nun darüber diskutiert, dass sich Geimpfte nicht mehr testen lassen müssen1. Auch die Tatsache, dass die maximal mögliche Anzahl an verfügbaren Intensivbetten nicht auf der Zahl von leer stehenden Betten beruht, sondern auf der Zahl an Betten, die im Notfall frei gemacht werden können, etwa durch das Verschieben teils sehr wichtiger Operationen, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Wer es aber bis jetzt nicht verstanden hat, der wird es auch nicht mehr verstehen.

Um zu meinem ursprünglichen Punkt zurückzukehren – es gibt zu Corona einfach nichts Neues zu sagen. Und trotzdem wird die ganze Zeit darüber geschrieben. Weil halt sonst auch nicht so viel passiert im Inland. Abgesehen von ein paar Korruptionsskandalen, aber das ist in Österreich ja eigentlich auch schon nichts Neues mehr.
Deshalb habe ich mit dem Lesen des Live-Tickers inzwischen wieder aufgehört.

Und ob am nächsten Montag Schule ist, erfahre ich mittlerweile von meinen Schülern. Die wissen das nämlich von Instagram.

Quellen:
1 https://www.diepresse.com/5972230/nationalrat-will-geimpften-das-testen-ersparen