Urlaub ohne Kamera

Fotografie, Reisen

Einmal probeweise nur mit der Handykamera in den Urlaub zu fahren, entpuppte sich als durchaus erfolgreiches Experiment. Ja, natürlich macht das Fotografieren mit Profiauarüstung einfach mehr Spaß. Aber einfach nur schnell mit einem geübten Handgriff das Handy aus der Hosentasche fischen zu müssen, wenn man ein Foto machen möchte, ist vor allem, wenn man nicht alleine unterwegs ist, durchaus praktisch. Außerdem hat man ja, insbesondere mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau, ohnehin auch ohne Kameratasche schon genug zu schleppen – durchaus auch mal besagte Kinder.

Mein Handy ist ein Samsung Galaxy S22 Ultra und verfügt über durchaus ordentliche Kameras. Im Gegensatz zu anderen Handykameras bleibt die Bildqualität auch beim Zoomen brauchbar. Dabei wird, zoomt man erst im Zuge des Zuschneidens im Nachhinein, sogar angeboten, a la CSI die Auflösung nachträglich zu erhöhen. Des Weiteren verfügt das Gerät über die bereits zum Standard gewordene Weitwinkelfunktion. Darüber hinaus wird zur Bearbeitung der Bilder ein ganz nettes KI-Feature angeboten, dass ich bereits in einem anderen Beitrag kurz vorgestellt habe (siehe hier).

Es folgt nun eine Auswahl an Fotos, die im Urlaub am Walchsee in Tirol entstanden sind.

Blick auf die Ortschaft Pembroke

Malta 2023 – Wanderung vom Salina Nature Reserve zu St. Julian’s Bay

Fotografie, Reisen

Es gibt da etwas, das nennt sich „Malta Costal Walk„, eine vorgeschlagene Wanderroute, um ganz Malta zu Fuß zu umrunden. Da sowieso für einen Tag unserer Reise eine Wanderung geplant war, wählte ich einen Abschnitt der Route, der von der Destination her zum an diesem Tag geplanten Abendprogramm passte, nämlich den im Costal Walk vorgeschlagenen Abschnitt 12. Das erste Stück, die Umrundung der Kleinstadt San Pawl il-Baħar, ließen wir dabei aus Zeitgründen aus. Die von uns gewählte Route habe ich in Open Street Map markiert:

Unsere Route

Wir starteten also bei den Salzfeldern des Salina Nature Reserve, die im 16. Jahrhundert am Ende der Salina Bay angelegt und um das Jahr 2010 herum mit Hilfe von EU-Fördermitteln saniert wurden. Es gibt hier ein kleines Informationszentrum, wer Glück hat, kann hier sogar Flamingos sehen. Das gelang mir zwar nicht, dafür konnte ich einen Silberreiher beim Fischen in den Salinen beobachten.

Die Salzfelder sind ein sehr netter Startpunkt für eine Wanderung, bereits nach etwa 300 Metern fragt man sich dann allerdings, wo denn nun der Wanderweg sein soll. Mindestens einen Kilometer lang versuchte ich, mit Hilfe von Google Maps und Internet den „richtigen“ Weg zu finden und gab schließlich auf. Die Wahrheit ist, ein großer Teil des von uns in Angriff genommenen Abschnitts des Wanderweges führt einen beinhart einfach nur die Autobahn entlang.

Während die Aussicht zu unserer Linken sehr malerisch war, rauschten zu unserer Rechten pausenlos Autos und Lastwagen vorbei und machten es schwer, den Spaziergang wirklich entspannend zu finden.

Um die Stimmung etwas zu heben und die suboptimal gewählte Wanderroute zu überspielen, beschloss ich, uns allen beim auf Google Maps angekündigten „Tasty Trailer“ ein Eis oder eine ähnliche Erfrischung zu gönnen. Frustrierenderweise war dieser aber, ich war beinahe nicht mehr überrascht, geschlossen.

Endlich das verdiente Eis, sowie einen Fußweg, der diese Bezeichnung auch verdient, bescherte uns schließlich der eine Ort Baħar iċ-Ċagħaq. Von dort aus kann man der gleichnamigen Straße folgen, die einen endlich von der Autobahn wegführt und etwas später in einen richtigen Wanderweg mündet.

Endlich konnten wir unsere Wanderung durch die maltesische Landschaft genießen ohne das dauernde Verkehrsrauschen und den Geruch der Straße, der den der heimischen Flora überdeckte.

Ab hier begann nun der wirklich schöne Teil unseres „Costal Walk“. Nun hatten wir nicht nur einen herrlichen Blick aufs Meer, sondern konnten auch die maltesische Landschaft und Flora bewundern. Das Flair ist hier eindeutig typisch mediterran, ein großer Teil der mehreren Hundert anzutreffenden Pflanzenarten gilt allerdings als nicht heimisch, sondern wurde im Lauf der Zeit von Menschen aus Sizilien, aber auch Nordafrika eingeschleppt oder bewusst angesiedelt. Auch das beinahe gänzliche Fehlen von Wäldern hat keine natürlichen Ursachen, sondern ist, wie auch in vielen anderen Regionen Europas, der Rodung durch den Menschen geschuldet.

Neben der charakteristische maltesischen Landschaft kann man entlang der Wanderroute auch ehemalige Befestigungsanlagen aus dem 17. Jahrhundert bestaunen, die bis in den zweiten Weltkrieg immer wieder leicht adaptiert und benutzt worden sind. Besonders blieb uns dabei der Madliena Tower in Erinnerung. Unweit dieses ursprünglich als Beobachtungsposten errichteten Turms kann man eine historische Geschosswaffe, eine Fougasse, aus nächster Nähe bestaunen. Diese konnte mit Schwarzpulver und Steinen oder Metallteilen befüllt und bei Herannahen des Feindes gezündet werden, bevor dieser die Gefahr überhaut entdeckt hatte.

Gleich daneben befindet sich ein nach wie vor genutzter Truppenübungsplatz. Das Schild, das einen vor dem Betreten des Geländes bei wehender roter Fahne, sowie dem Anfassen herumliegender Gegenstände warnt, da diese explodieren können, motiviert zu einem flotten Tempo, um das Gelände möglichst schnell hinter sich zu lassen.

Nach diesem Nervenkitzel und dem nun doch schon langen Marsch waren wir erleichtert, endlich die ersten Ausläufer der nächsten Stadt, Pembroke, vor uns zu sehen. Geradezu beschwingt schlenderten wir auf die Häuser zu. Das herrliche Gefühl, die einfache, aber abenteuerliche Wanderung bewältigt zu haben, ließ unsere Schritte schneller werden. Nach etwa drei Stunden erreichten wir dann endlich unser Ziel, den Il-Bajja ta‘ San Ġorġ in San Ġiljan.

Alles in Allem war insbesondere die zweite Hälfte dieser Etappe des „Costal Walk“ ein netter Spaziergang mit mediterranem Flair und historischen Sehenswürdigkeiten. Für die erste Hälfte würde ich allerdings empfehlen, eine alternative Route weiter landeinwärts zu suchen, das doch recht lange Stück entlang der Autobahn war aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens trotz der schönen Aussicht wenig entspannend.
Dennoch würde ich gerne wieder einmal auf Malta wandern, da das Gesamterlebnis mir doch in positiver Erinnerung geblieben ist.

Die gesamte Reise:

Malta 2023 – First Impressions
Malta 2023 – Rabat und Mdina
Malta 2023 – Zwischen Neuzeit und Gegenwart
Malta 2023 – Wanderung vom Salina Nature Reserve zu St. Julian’s Bay

Bahnwanderweg

Fotografie, Reisen

Heute ging es auf dem sogenannten Bahnwanderweg vom Bahnhof Semmering bis nach Breitenstein in Niederösterreich. Die Etappe hat eine Länge von etwa 9,5km und ist bei einem flotten Tempo mit kurzen Pausen in etwa drei Stunden zu schaffen. Ein kleines Manko sind die seltenen Zugverbindungen von und nach Wien, die einen bei einem Wanderweg, bei dem es ums Bahnfahren geht, doch überraschen.

Die Fotos wurden alle mit meinem Smartphone, dem Samsung Galaxy S10 Lite aufgenommen.

Gleich nach dem Start kommt man am „Kinderbahnhof“ vorbei, einem Spielplatz in Zugform für die jüngeren Wanderer. Allgemein würde ich den Wanderweg als durchaus familienfreundlich bezeichnen, mit zu kleinen Kindern ist er aber nicht zu empfehlen, da es gegen Ende zwei Abschnitte gibt, die von der Steigung her doch etwas anspruchsvoller sind.

Schon bald entdeckt man das erste Viadukt zwischen den Blättern, das Kartnerkogel-Viadukt. Auf 16 dieser Viadukte fährt die Semmeringbahn mit einer Streckenlänge von 42km von Gloggnitz nach Mürzzuschlag. Die Bahnstrecke wurde, gemeinsam mit den Viadukten, im 19. Jahrhundert gebaut. Als erste normalspurige Gebirgsbahn Europas gilt sie als Meilenstein der europäischen Eisenbahngeschichte und wird seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt.

Die nächste Sehenswürdigkeit ist das Kurhaus Semmering, ein ehemaliges Kurhotel, das seit den 90ern nur noch für Veranstaltungen genutzt wurde und mittlerweile leer steht. Die komplette Geschichte des Gebäudes sowie Informationen zum geplanten Umbau (der allerdings momentan auf Grund eines ausstehenden Gerichtsbescheids noch in der Schwebe ist) kann man beispielsweise hier nachlesen.

Nun erreichten wir den ersten Aussichtspunkt der Wanderung, den Aussichtsturm auf der Doppelreiterwarte. Mit dem Erklimmen einiger hölzerner Stufen verdient man sich einen trauhaften Ausblick auf die umliegende Landschaft, je nach Wetterlage sogar auf Rax und Schneeberg.

Auch unser Ziel, der Ort Breitenstein mit seinem Bahnhof, ist bereits zu sehen. Doch die scheinbare Nähe trügt. Der Weg führt zunächst noch ein ganzes Stück von Breitenstein weg bevor man sich dem Ort schließlich von der Seite wieder nähert.

Nicht verpassen sollte man den 20-Schilling-Blick. Dieses Landschaftsbild schmückte bis 2002 die Rückseite des österreichischen 20-Schilling-Scheins – allerdings ohne Baukran. An dieser Stelle findet man auch eine der zahlreichen Sitzgelegenheiten, die zu einer kurzen Pause einladen.

Der Name „Bahnwanderweg“ kommt übrigens nicht nur daher, dass man sich von einem Bahnhof zum anderen bewegt. Während der Wanderung kann man immer wieder das Geräusch eines vorbeifahrenden Zuges hören und ab und zu auch einen erspähen. Der Weg schlängelt sich nämlich abwechselnd die Bahnstrecke entlang, darunter hindurch oder auch darüber hinweg. Dabei ist die Geräuschkulisse zu keiner Zeit störend, sondern im Gegenteil sehr stimmig.

Entlang der Strecke findet man im Übrigen zahlreiche Infotafeln mit Informationen zur Semmeringbahn und dem Bau der Strecke. Das Logo des Bahnwanderwegs begleitet einen und ist auf beinahe allen Wegweisern zu sehen. Schließlich ist die Hälfte der Strecke geschafft.

Das nächste Viadukt, auf das man einen guten Blick erhaschen kann, ist das Fleischmann-Viadukt im Unteren Adlitzgraben. Unter diesem führt uns unser Weg auch durch zum nächsten Rastplatz. Hier kann man auch Relikte aus der Zeit des Bahnbaus bewundern – eine stehengebliebene Hütte, in der die Arbeiter einquartiert waren, sowie einige der Werkzeuge und Geräte.

Nach einer kurzen Pause geht es zum ersten mal etwas steiler bergauf. Damit verdient man sich einen weiteren Blick auf das Fleischmann-Viadukt, diesmal von oben. Wieder erhascht man einen Blick auf den Zielort Breitenstein, doch wieder führt der Weg nicht direkt darauf zu, sondern eher darum herum.

Das nächste Viadukt, die Kalte Rinne, ist, wie man vorher bereits gesehen hat, gerade von einem Baugerüst umwickelt. Die Sanierung dieses größten Bauwerks der Semmering-Strecke wird noch bis 2024 dauern. Bis dahin ist auch der Bahnverkehr eingeschränkt.

An dieser Stelle der Wanderroute befindet sich ein kleines Museum zu Ehren von Carl Ghega, der die Semmeringbahn plante und die Bauleitung übernahm. Das Museum hat ab Mai Saison, die Öffnungszeiten sind auf der Homepage nachzulesen.

Wer noch nicht genug hat, kann gegen Ende der Wanderung noch das Krausel-Viadukt queren und einen Abstecher auf die Pollereswand (Bild oben) einlegen. Dieser ist mit etwa 1,5 Stunden veranschlagt. „Trittsicherheit und Übung im alpinen Gelände“ werden laut Informationstafel vorausgesetzt, denn von der Spitze geht es steil bergab.

Schließlich erreicht man den Ort Breitenstein. Nun hat man es endlich fast geschafft, so denkt man. Die Zeitangabe von 20 Minuten zum Bahnhof auf dem nächsten Wegweiser irritiert zunächst. Doch tatsächlich geht es ganz zum Schluss noch einmal für ein kurzes Stück weg von der Straße und richtig steil bergauf durch den Wald. Nach diesem anstrengenden Endspurt erreicht man aber das Gemeindeamt und gleich dahinter liegt der Bahnhof.

Alles in Allem war die Wanderung sehr entspannt und in den veranschlagten drei bis dreieinhalb Stunden gut zu bewältigen. Möchte man es gemütlicher angehen, gibt es auf der Strecke zahlreiche Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkte, die zum Verweilen einladen. Sollte man sich entschieden haben, die Wanderung mit Kindern zu unternehmen und die Wartezeit auf den nächsten Zug etwas länger sein, kann man sich diese auf dem Spielplatz hinter dem Gemeindeamt vertreiben.

Eine vollständige Liste aller Viadukte der Semmeringbahn gibt es übrigens auf Wikipedia.

Flora am Schneeberg (part 2)

Fotografie

(Hier geht es zu part 1)

Pflanzen zu bestimmen, kann Spaß machen. Es kann aber auch sehr frustrierend sein. Vor Allem, wenn man im Vorfeld nicht daran gedacht hat, die Pflanze auf eine Weise zu fotografieren, die alle Eigenschaften erkennen lässt. Wenn sich zwei Unterarten einer Blütenpflanze nur durch die Blatt- oder Wuchsform unterschieden, man aber nur die Blüte abgelichtet hat.

Das nette an www.naturbeobachtung.at ist, dass im Idealfall die eigenen Bestimmungsversuche von jemandem bestätigt werden, der sich besser auskennt als man selbst. Bestätigt oder auch widerlegt. So stellte sich meine Zwerg-Glockenblume vom letzten Beitrag als Scheuchzer-Glockenblume heraus und mein Zottiges Habichtskraut als Wollkorb-Habichtskraut.

Ob das Bestimmen von Pflanzen ohne großartige Vorkenntnisse eine Beschäftigung ist, der ich langfristig nachgehen werde, habe ich noch nicht entschieden. Es wird wohl auf die lange Liste der Dinge kommen, ich ich einfach in zufälligen Abständen mal mache aber nicht ernsthaft verfolge.

Hier jedenfalls noch vier weitere Exemplare von Blütenpflanzen am Schneeberg:

Der erste Teil des Beitrags: Flora am Schneeberg (part 1)

Flora am Schneeberg (part 1)

Fotografie

(Hier geht es zu part 2.)

Bei unserer Wanderung über den Schneeberg (Niederösterreich) letzten Sonntag (siehe hierzu den Beitrag Rad und Zahnrad) habe ich quasi als „Sidequest“ zum Gipfelsturm eine Auswahl an verschiedensten Blütenpflanzen fotografiert.

Zu Hause habe ich mich dann bemüht, sie alle richtig zu bestimmen. Meine Funde habe ich auch auf www.naturbeobachtung.at eingetragen.

Alle Bilder sind mit der Canon EOS 600D aufgenommen, teilweise mit einem Standardzoom (18-55mm), großteils aber mit meinem Teleobjektiv (55-250mm).

Weiter zum zweiten Teil: Flora am Schneeberg (part 2)

Rad und Zahnrad

Dies und das

Ein Rad, ein neues Rad

Diese Woche habe ich mir ein Fahrrad gekauft. Zwar hatte ich mit dem Gedanken schon länger gespielt und mir auch schon vor einigen Wochen eines herausgesucht, am Ende war es aber dann doch irgendwie spontan. Da habe ich einfach beschlossen, es zu kaufen und habe es am nächsten Tag abgeholt.

Das Abholen entpuppte sich als überraschend hürdenlos. Der Dialog verlief in etwa so:
„Ich habe online ein Rad bestellt und möchte es abholen.“
„Was für eines?“
„Äh…“
„Das Jessy?“
„Ja, ich glaube.“
„Ein weißes?“
„Ja. Muss ich da was unterschreiben?“
„Nein, wenn Sie schon online gezahlt haben, dann nicht.“
„Also einfach mitnehmen?“
„Ja.“

Ich habe mich ja dann gefragt, was passiert wäre, wenn 15 Minuten später eine andere Frau das Geschäft betreten hätte, die dasselbe Rad abholen will. Schließlich musste ich weder einen Ausweis vorweisen, noch eine Bestellbestätigung, ich wurde nicht einmal nach meinem Namen gefragt. Aber gut.

Dann ging es also nach hause, ziemlich genau quer durch Wien. Nun muss man sagen, dass sich mein Wissen über Verkehrsregeln auf das beschränkt, was ich in der Volksschule gelernt habe, damit bin ich aber überraschenderweise ganz gut durch und unbeschadet nach hause gekommen.

Trotzdem habe ich mir jetzt auch eine Handy-(=Navi)-Halterung für mein Rad gekauft. Ich hatte nämlich oft Nüsse Plan, wo es (also der Radweg) weitergeht. Es gibt in Wien mehr Einbahnen als man denkt und mein Orientierungssinn ist auch nicht so klasse.

Schnee?berg

Wir waren diese Woche auch am Schneeberg, dem höchsten Berg Niederösterreichs. Mit Kind (aber ohne Kegel, warum sollte man einen Kegel mitnehmen?).

Die Menge Schnee am Schneeberg war eher bescheiden, einzelne pro forma Schneefelder hockten in ihren Mulden. Ob das für diese Jahreszeit normal ist, kann ich leider nicht sagen. Auf ein trauriges Häuflein Elend Schnee zu blicken und davor „Wasserschutzgebiet“ zu lesen und, dass hier unser (das Wiener) Trinkwasser herkommt, war schon etwas beunruhigend.

Vom Gipfel aus den Ausblick bewundernd ging mir durch den Kopf, dass diese, genau diese Aussicht etwas ist, das man sich mit genau diesem Aufstieg verdient hat. Diese Aussicht ist ein Stück vom Leben, dass andere, die unten geblieben sind, einfach nicht haben. Wenn man unten bleibt, kann man immer nur hinauf schauen. Aber wenn man sich ein bisschen anstrengt und hinaufklettert, kann man auf die Welt hinunterschauen. Das ist eine andere Perspektive, eine die man quasi durch den Aufstieg „freigeschaltet“ hat.

Und nein, das ganze auf einem Foto oder über eine Drohne zu sehen ist nicht dasselbe. Auch wenn man dasselbe Bild vor Augen haben mag, das Bild, das man sieht, ist ein völlig anderes. Man sieht ja schließlich nicht nur mit den Augen. Man sieht mit der Lunge, die die frische Luft einsaugt und sagt „Ich habe mir das verdient“, man sieht mit den pochenden Beinen, die sagen „Ich bin aus eigener Kraft hier heraufgekommen“ und man sieht mit dem Herzen, das sagt „Ich habe es geschafft“.

Auch auf diesem Ausflug habe ich die wahre Bedeutung des Wortes „malerisch“ erfahren. Denn es bot sich so manches Bild, das einfach wie geschaffen dafür war, gemalt zu werden. Es hat mich in den Fingern gejuckt, aber ich habe in Wahrheit nicht die nötigen Skills, um ein Landschaftsbild zu malen. Dieses Wissen ist abschreckend und motivierend zugleich, welche der beiden Emotionen überwiegen wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Andererseits habe ich neulich gelesen, dass man alles, was man sich vornimmt, innerhalb der nächsten 72 Stunden angehen sollte, da danach die Motivation rapide auf nahezu null sinkt. Also vielleicht doch lieber morgen entscheiden…

Fotos vom Ausflug gibt es übrigens hier.