Toulouse 2026 – Die ersten Schwierigkeiten

Dies und das, Reisen

Morgen geht es los zu unserer Autorundreise mit Toulouse als Haupturlaubsziel. Wir haben so viele Autokilometer zu fahren, so viele Zwischenstopps in unterschiedlichen Unterkünften, dass wir mit irgendeiner Form von Schwierigkeiten ja fast schon gerechnet hatten. Dass diese aber bereits vor dem Losfahren beginnen würden, davon sind wir jetzt nicht ausgegangen.

Ende der Woche erhielt ich eine seltsame Nachricht unseres Apartments in Toulouse, dass wir für sechs Nächte über booking.com gebucht hatten. „Zahlen Sie über den Link in unserer E-Mail sofort 250€ ein, für die Kaution, innerhalb der nächsten 30 Minuten, sonst erlischt ihre Buchung.“

Bei mir natürlich sofort die Alarmglocken an. Man soll Geld abseits der Buchungsplattform überweisen? Und das auch noch unter Zeitdruck? Macht man natürlich nicht. Aber was macht man dann? Erster Verdacht war, dass der Nachrichtendienst des Hotels gehackt worden war. Laut unserer Recherche im Internet und auch eines zufällig just in dieser Woche auf meinem Küchentisch liegenden Artikel der Zeit ist dies viel häufiger der Fall, als dass das Hotel selbst einen zu betrügen versucht.

Wir haben also als erstes per Antwort auf die Nachricht nachgefragt, ob es sich vielleicht um ein Missverständnis handeln könnte, da wir ja bereits angezahlt hatten. Nein, es handle sich ja um die Kaution, die gemäß in der Richtlinien des Hotels verlangt wird. Also genau nachgelesen. Ja, in den Buchungsinformationen, wie auch in den AGB des Hotels steht davon etwas – allerdings bei Ankunft im Hotel. Noch einmal nachgefragt, dass wir da schon zögern würden, dass wir uns gerne zumindest bis zum Abend Zeit lassen würden. Sofortige Antwort des Hotels: „Ja, es eilt nicht, Sie kommen ja erst am Samstag an.“ Also plötzlich doch kein Zeitdruck mehr?

Als nächsten Schritt beim Hotel angerufen, wo man uns die Sendung jener E-Mail bestätigte. Trotzdem bleiben wir sehr skeptisch. Auch auf Google Street View ist das Hotel zu finden, es ist also zumindest real. Allerdings haben wir bei dieser Gelegenheit gesehen, dass die Bewertungen auf Google wesentlich schlechter sind, als es auf der Buchungsplattform den Anschein hatte. Zu diesem Zeitpunkt wollten wir dann eigentlich schon auf ein anderes Hotel umbuchen. Noch dazu werde ich vom Hotel, das bisher auf jede Anfrage innerhalb einer Stunde reagiert hatte, geghostet seit ich geschrieben habe, dass der Wortlaut ihrer Nachricht mir einfach zu sehr nach Betrug wirkt und wir deshalb gerne erst bei Ankunft zahlen wollen.

Um uns eventuell die Stornierungsgebühr sparen zu können, da es sich für uns inzwischen relativ offensichtlich um einen Betrugsversuch handelt, haben wir uns dann an den Kundenservice von booking.com gewandt. Antwort der Hotline: man werde eine Anfrage an das Hotel stellen, innerhalb von 24 Stunden würden wir eine Antwort bekommen. Leider hat das Hotel offenbar auch die Buchungsplattform geghostet, was für booking.com allerdings scheinbar keinen Grund zur Beunruhigung darstellt, sondern einfach nur bedeutet, dass wir nicht kostenlos stornieren können, da das Hotel auf Anfragen einfach nicht mehr reagiert und so scheinbar aus dem Schneider ist.

Wir haben uns nun auch noch schriftlich an den sogenannten „Kundenservice“ gewandt, haben aber wenig Hoffnung. Wir haben trotzdem zusätzlich wo anders gebucht, es war uns die zusätzlichen Kosten inzwischen Wert. Ich hoffe, dass dies der einzige große Ärger des Urlaubs bleibt, morgen geht es jetzt einmal los in Richtung Regensburg mit geplantem Zwischenstopp in Gmunden am Traunsee.

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg

Mit Radanhänger um den Ring

Dies und das, Fotografie, Reisen

Ich bin ja ein Freund der längerfristigen Projekte und als solcher habe ich mir in den Kopf gesetzt, alle Radtouren aus meinem neuen Buch „Radregion Rund um Wien“ auszutesten – der Reihe nach und mit Fahrradanhänger.

Tatsächlich gibt es zwar zahlreiche Bücher, Websites und Blogs zum Thema Radfahren, wie es allerdings aussieht, wenn man als Familie mit Anhänger unterwegs ist, darüber lässt sich schon schwerer etwas finden. Das fängt damit an, dass nicht immer ersichtlich ist, ob ein Weg mit Anhänger überhaupt sinnvoll befahrbar ist, geht aber auch so weit, dass es unmöglich ist, herauszufinden, in welchen Zügen man zusätzlich zu den Fahrrädern auch einen Anhänger transportieren darf, das lässt sich nämlich laut Website der ÖBB nur beim Schalter erfragen.

Die erste Route in dem Buch lässt sich noch recht unkompliziert bewerkstelligen. Es handelt sich um eine Route einmal rund um den Ring. Nun gibt es zwar um den gesamten Ring einen gut ausgebauten Radweg. Wie einfach es ist, überhaupt zum Ring zu kommen, hängt allerdings stark davon ab, aus welcher Richtung man kommt. Ich kam über die Reichsbrücke, hatte bis zum Praterstern einen sehr angenehmen Weg. Dann geriet ich allerdings in eine riesige Baustelle, was in der Wiener Innenstadt nun mal keine Seltenheit ist. Zum Glück fahre ich mittlerweile auch im Verkehr recht entspannt, seit ich festgestellt habe, dass die Mähr vom grantigen Autofahrer eben nur das ist – eine Geschichte. Wiener sind allgemein grantig, im Auto aber auch nicht mehr als sonst.

Am Ring angekommen ging dann alles reibungslos. Ich fahre ja sehr gerne am Ring Rad, man muss nur den Verkehr ausblenden, der leider je nach Wochentag und Uhrzeit doch sehr stark ausfallen kann. Abgesehen vom Autolärm ist der Ring aber jedenfalls groß genug für alle. Neben den Autos haben Straßenbahnen, Radfahrer, Jogger und natürlich Spaziergänger Platz. Die Wiener Ringstraße ist eine Straße für alle.

Immer wieder kreuzen die für die Wiener Innenstadt typischen Fiaker den Ring. Das ist schon etwas ganz eigenes, wenn man an der roten Ampel steht und darauf wartet, dass das Pferd die Straße überquert. Die Kutschen sind zwar kein wirkliches Verkehrsmittel, sondern ein Sightseeing-Angebot für Touristen, sie sind dennoch ein gewohnter Teil des Stadtbildes.

Für seine gerade mal 5km zeigt sich der Ring als durchaus abwechslungsreiche Strecke. Während man auf dem Abschnitt zwischen Urania und Karlsplatz so richtig das Gefühl hat, durch die Stadt zu fahren, mit vielen Ampeln, hohen Häusern und allem, was dazugehört, öffnet sich der Ring dann nach rechts zum Burggarten, links zum Maria-Theresien-Platz zwischen den großen Museen, rechts zum Volksgarten, links zum Rathauspark. Das Gefühl lautet eher Außenbezirk als Innere Stadt. Schließlich erreicht man über den Schottenring den Franz-Josefs-Kai. Und wieder ist das Flair ein völlig anderes. Der Donaukanal ist mit seinen weitläufigen Graffiti-Wänden und dem gut ausgebauten Fuß-/Radweg ein Stück Wien, dem jeder Tourist einen Besuch abstatten sollte. Bei schönem Wetter kann man hier herrlich das Wasser entlang spazieren und sich auf einer der zahlreichen Bänke oder auch direkt im Gras eine Pause gönnen.

Alles in Allem hat die Tour gut funktioniert. Für sich genommen ist sie natürlich kurz, bietet sich aber als Abstecher an, falls man ohnehin durch die Stadt muss. Selbst in einem gemütlichen Tempo schafft man es in 30 bis 45 Minuten einmal rundherum. Wenn man dazwischen Fotopausen einplant, ist man mit der Ring-Route eine gute Stunde beschäftigt und hat in dieser kurzen Zeit zahlreiche Facetten der Stadt Wien gesehen. Auch der Anhänger stellte auf den gut ausgebauten Radwegen kein Hindernis dar.