Von Dingen, die (nicht) erledigt sind

Dies und das

Jeder hat sie, diese Dinge, die man irgendwann erledigen sollte, aber immer weiter aufschiebt. Manchmal erledigen sie sich irgendwann von selbst, was manchmal gut und manchmal weniger gut ist. Man kennt auch diese Dinge, die man sich vornimmt, zu denen man aber nie kommt. Und die Dinge, die man unbedingt einmal ausprobieren wollte, auf die man aber wieder vergisst, bevor es dazu gekommen ist.

Ich habe ganz viele dieser Dinge, sammle sie sogar auf diversen Todo-Listen, in Notizbüchern oder Apps. Leider wird keine dieser Listen jemals kürzer, die werden alle immer länger. Jetzt habe ich in den letzten Tagen damit begonnen, endlich Dinge abzuarbeiten. Vor Allem natürlich Dinge, die sein müssen, aber auch einige Dinge, bei denen es einfach nur noch lächerlich war, dass ich sie immer noch nicht gemacht habe. Das frustrierende ist, dass sich herausstellt – manche Dinge sind, selbst, wenn man sie erledigt hat, einfach nicht erledigt.

Der Führerschein

Heute hatte ich meine Theorieprüfung für den Führerschein. Das ist zwar eine große Sache, etwas, das mich in den letzten Tagen viel Zeit gekostet hat und von dem ich froh bin, dass ich es hinter mir habe. Trotzdem ärgere ich mich, anstatt meine Freiheit zu genießen, über die eine falsch angekreuzte Antwort, wegen der ich nicht, wie scheinbar alle in meinem Bekanntenkreis, 100% habe, sondern bei einem Teilgebiet nur 97%. Ich schaffe es einfach (noch) nicht, mit der Prüfung abzuschließen und fühle mich deshalb auch noch nicht von ihr befreit.

Außerdem kommt jetzt natürlich auch noch der ganze praktische Teil. Also – nicht wirklich erledigt.

Der asiatische Supermarkt

Bereits vor Jahren hat mir ein Freund, der weiß, wie gerne ich Instant-Nudeln esse, einen asiatischen Supermarkt ganz in meiner Nähe empfohlen, bei dem es eine große Auswahl gibt, auch eine Sorte extrascharfe Nudeln in einer schwarzen Packung. Es hat sich nie ergeben, hinzufahren, was natürlich einfach nur eine blöde Ausrede ist. Ich war oft genug dort in der Nähe, habe dann aber nie daran gedacht, extra hinfahren wollte ich nicht. Es war also jahrelang ein „Ich muss endlich mal…“. Letzte Woche war ich endlich dort und habe mir zehn Packungen Nudeln gekauft. Heute habe ich die erste Sorte ausprobiert. Also – erledigt.

Neuer Reisepass

Nachdem mein Pass in etwa einer Woche abläuft, konnte ich es nun nicht mehr länger aufschieben, ihn verlängern zu lassen. Dafür braucht man einen Termin und ein Foto und das gleichzeitig. Das allein hat gereicht, dass ich mich bisher nie dazu bringen konnte, das zu erledigen. Nun war heute beim Magistrat, in der Hoffnung, etwas auf meiner Liste abhaken zu können, aber! Da man einen gültigen Ausweis benötigt, um den neuen Ausweis vom Postboten entgegenzunehmen, war diese Option nicht möglich. Denn vor der Übergabe des neuen Passes muss der alte entwertet werden, und damit hätte ich ja keinen gültigen Ausweis mehr für den Postboten. Oder so. Deshalb wird der neue Pass ans Magistrat geschickt und ich muss dann noch einmal hin, um den alten Pass gegen den neuen zu tauschen. Also – nicht erledigt.

Takoyaki

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich entschieden, dass ich selber Takoyaki machen möchte. Der Wunsch war nicht dringend genug, um gleich aktiv zu werden, aber doch dringend genug, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Einige Monate später bestellte ich mir endlich einen Takoyaki-Maker. Ich hatte einer Verwandten von meinem Plan erzählt und sie wollte mich unterstützen und gab mir Geld für das Gerät. Das zwang mich zum Handeln. Wieder vergingen einige Monate bis ich mich aufraffte, um im Asia-Supermarkt die Zutaten zu kaufen. Während ich das schreibe, schäme ich mich eigentlich ein bisschen. Die Zutaten lagen dann viele weitere Monate in meiner Küche. Nun ist etwas über ein Jahr vergangen seit meinem ursprünglichen Entschluss und heute war es endlich so weit. Takoyaki gemacht, voller Erfolg (es ist wirklich nicht schwer). Also – erledigt.

Es gibt noch so viel. Das Klavier, das angefangene Informatik-Studium, das noch viel früher begonnene VWL-Studium, die Kisten voller Stoff und Wolle, die darauf warten, zu irgendetwas zu werden. Ich könnte hier endlos Dinge von meinen diversen Listen aufzählen. Aber das möchte ich eigentlich gar nicht. Ab jetzt werde ich hier nur noch von Dingen sprechen, die erledigt werden.

Chiliöl

Dies und das

Irgendwann im Frühjahr bekam ich zwei Chilipflanzen geschenkt. Irgendwann im Spätsommer begannen die Chilis, reif zu werden.

Chili beim Reifen



Ich nahm mir dann immer wieder vor, etwas damit zu kochen. Leider war ich nicht ganz sicher, wann der richtige Zeitpunkt zum Ernten war. Ich drückte immer mal wieder probeweise gegen die Früchte, konnte mir aber mit mir selbst nie ganz einig werden. Und wie es eben so ist, hat man ja auch nicht jeden Tag Zeit zum Kochen und dann ergibt es sich auch nicht immer, etwas zu machen, in das Chilis passen. Schließlich waren beinahe alle Schoten an den Pflanzen schön rot und ich hatte schließlich die Befürchtung, nun zu lange gewartet zu haben und überhaupt, was macht man mit so viel Chili, wenn die Tochter kein scharfes Essen mag?

Chili geerntet





Ich hatte schließlich die Idee, aus meinen Chilischoten Öl zu machen. Ich kaufte als Basis im Supermarkt eine Flasche Sonnenblumenöl, verwahrte die Schoten im Kühlschrank und notierte das Projekt irgendwo im Abgrund meiner ToDo Liste. Immer wieder schaute ich nach, ob alles noch genießbar aussah und beschloss, dass das Öl noch einen weiteren Tag warten konnte. Irgendwann wurde es dann sogar mit zu blöd. Man schiebt Dinge ewig auf, fie in Wahrheit schnell erledigt sind. Innerhalb von etwa zehn Minuten hatte ich die Schoten klein geschnitten und mit dem Öl in ein Glas gepackt, um das ganze über Nacht ziehen zu lassen.

Chili im Glas
Chili mit Gas

Am nächsten Morgen, hatten sich Bläschen gebildet, irgendetwas passierte also mit dem Chili und ich fand das gut. Im nächsten Schritt würde alles mit dem Stabmixer püriert und wieder stehen gelassen. Das kostete mich weitere zehn Minuten. Zu letzte goss ich mein Resultat durch ein Sieb zurück ins Glas. Da es mir um die im Sieb verbliebenen Reste schade schien, füllte ich diese in ein zweites Glas, um sie bei Bedarf zum Nachwürzen zu benutzen. Als Chilipaste sozusagen. Natürlich kostete ich auch. Nun, entweder habe ich die Chilis doch zu lange an der Staude gelassen, oder zu lange im Kühlschrank, jedenfalls schmeckte die Mischung im ersten Moment einfach bitter. Im zweiten Moment breitete sich aber tatsächlich eine gewisse Schärfe im Mund aus und ich beschloss, dem ganzen eine Chance zu geben.

Chiliöl

Was ich nicht wusste war, dass meine Paste über Nacht über den Rand des verschlossenen Glases hinaus expandieren und einen großen Ölfleck auf der Küchentheke hinterlassen würde. Dafür bestand das Öl den ersten Test. Die mit drei Esslöffel angebratenen Woknudeln mit Gemüse wiesen einen perfekten Grad an Schärfe auf, was bemerkenswert ist, da die ursprünglichen Früchte eigentlich nicht wirklich scharf waren. Außerdem fühlte es dazu, dass der Tochter das Essen nicht schmeckte. Immerhin hat sie trotzdem davkn gegessen.

Den Kopf voller Ideen

Dies und das

Mein letzter Eintrag ist ja schon wieder eine Weile her. Das liegt aber nicht an mangelnder Motivation, sondern eher an mangelnder Zeit. Nicht daran, dass ich nicht wüsste, worüber ich schreiben soll, sondern an einem zu Viel an Ideen. So ganz allgemein.

Also Themen, über die man schreiben könnte (und wollte), gäbe es ja genug. Auf meiner Liste stehen Klimaaktivismus, Waldsterben, Krieg, Frieden, der stetige Verfall der Gesellschaft und das Licht am Ende des Tunnels, um nur einiges zu nennen.

Aber während ich mir überlege, was ich denn über all das so schreiben könnte, fallen mir mindestens drei andere Dinge ein, die ich eigentlich auch gerne machen würde, abgesehen vom Schreiben von Blogbeiträgen.

Und all diese Überlegungen finden meistens während meiner Arbeitszeit statt, wenn sich Leerlaufphasen ergeben, die einem Zeit lassen, jede Menge Ideen zu haben, aber nicht erlauben, diese umzusetzen. Zum Beispiel während der Gangaufsicht, wenn man 15 Minuten lang den Gang auf und ab schreitet und aufpasst, dass die Schüler keinen Müll aus dem Fenster werfen oder selber hinausklettern, einander nicht blutig schlagen und keine Löcher in Wände oder Decke machen. All das ist schon vorgekommen, aber nicht unter meiner Aufsicht. Das sinnerfüllendste, das ich während einer Gangaufsicht bisher machen konnte war, dem Schulwart zu melden, dass beim Waschbecken im Mädchenklo der Abfluss verstopft ist.

Das beobachtende Auf- und Abschreiten ist zwar, wie man sieht, notwendig, aber intellektuell nicht sonderlich stimulierend. Da wird schnell der Wunsch wach, eigentlich etwas anderes zu machen. Oder, wie in meinem Fall, hundert andere Dinge.

Meine Gedanken hüpfen dann von einem zum nächsten. Endlich die Fotos vom letzten Urlaub sortieren, oder die seit drei Jahren angesammelten Baby-/Kinderfotos ins Album kleben. Stricken, Nähen, Sticken, Knüpfen, eines der zehn angefangenen Projekte fertig stellen oder doch lieber gleich ein neues anfangen. Die Acrylbilder von diesem einen Youtube-Kanal nachmalen. Die etlichen gesammelten Rezepte nachkochen und bei der Gelegenheit eigentlich auch endlich Weihnachtskekse backen. Eine der unzähligen angefangen Geschichten fertig schreiben, endlich wieder mal eine Geschichte zu einem Wettbewerb einschicken oder endlich ein Buch schreiben. Die mittlerweile mit zwei Stellen nicht mehr zählbaren Videospiele für meine an den Händen nicht mehr abzählbar vielen Spielekonsolen (PC eingeschlossen) durchspielen (oder zumindest mal anfangen). Für den Unterricht hätte ich ja auch etliche gute Ideen, die aber viel Vorbereitung bräuchten. Und meine Iaido-Kata solle ich auch trainieren, man will ja irgendwann zum zweiten Dan kommen, und Karate wäre auch mal wieder gut, und wann war ich eigentlich das letzte Mal laufen?

All diese Gedanken schießen mir dann durch den Kopf (gnädigerweise nicht alle gleichzeitig, sondern meistens zwei bis drei davon gleichzeitig), es juckt mich in den Fingern, kribbelt mich im ganzen Körper und ich wünschte, ich könnte irgendetwas von diesen Dingen tun, statt die nächsten 15 Minuten auf diesem Gang hin- und her zu spazieren. Die Motivation ist dann schon geradezu unangenehm, eben auch darum, weil ich sie in dem Moment nicht ausleben kann. Aber auch weil ich weiß, dass ich das nicht alles gleichzeitig tun kann und sich das sowieso in einem Leben nicht alles ausgeht. Ich fühle mich, als hätte ich eine Schachtel voller Hundewelpen in der Brust und man weiß genau, die Welpen sind zwar voll süß und es wäre herrlich, mit einem davon zu spielen, aber wenn man die Schachtel auch nur ein wenig öffnet, dann kommen sie alle gleichzeitig heraus, rennen überall herum und kacken alles voll. Also lässt man sie lieber zu.

Ich spüre dann in diesen Momenten, dass mein innerer Energielevel droht, so stark anzusteigen (und das auch noch ohne, dass ich in diesem Moment wenigstens die Möglichkeit hätte, diese Energie sinnvoll für irgendetwas einzusetzen), dass ich schon nach kürzester Zeit völlig ausgebrannt wäre.

Also atme ich dann einfach drei Mal tief durch, gehe weiter den Gang entlang und schaue in den nächsten Klassenraum, ob eh kein Kind unerlaubterweise ein Handy in der Hand hat.

Jack of all trades, master of none

Ich bin nicht unglücklich damit, wie es ist. Ich habe gelernt, damit zu leben. Ich habe auch gelernt, damit zu leben, dass ich alles immer nur ein bisschen mache und dafür nichts so richtig. Mit ist es lieber so. Ich möchte alles ausprobieren, das ist es, was mich wirklich erfüllt.

Deshalb gibt es diesen Blog, aber Beiträge eben nur manchmal. Deshalb geht es hier um Geschichten, Fotografie, Reisen, Musik, Handarbeiten und alles andere, um alles was ich mache. Weil ich am Ende des Tages dann doch oft noch Energie übrig habe, um zumindest ein oder zwei der Dinge zu tun, die hängengeblieben sind. Und zum Abschluss, und um die letzten Einträge aufzuholen, hier noch

Ein Überblick über die letzten Wochen

Die kleinen schönen Dinge

Dies und das

Auch, wenn es immer wieder größere Projekte gibt, die viel zu lange liegen bleiben – oder gerade deshalb – sollte man nicht auf kleinere Projekte zwischendurch verzichten.

Gerade bei den „Großbaustellen“ kann es oft lange dauern, bis sich Erfolg einstellt, oder man gar davon reden kann, sich einem Abschluss zu nähern. Das kann ermüdend sein und manchmal vergeht einem richtig die Lust. Umso wichtiger ist es, sich mit kleinen Erfolgen zwischendurch selbst bei der Stange zu halten.

In der letzten Woche war ich damit zur Abwechslung mal recht erfolgreich und tatsächlich bemerke ich die Wirkung des Motivationsschubs. Diese wird natürlich auch dadurch verstärkt, dass mit Tanzkurs, Babyschwimmen und Chorprobe demnächst eine Teil des normalen Lebens zurückkehrt.

Hier einige Impressionen meiner Glücksmomente:


Das neulich noch unfertig präsentierte Lesezeichen ist nun tatsächlich fertig geworden.

Und sofort gehört es zu meinen Favoriten (ich sammle Lesezeichen).


Ich habe endlich eine Rezeptidee nachgekocht, die ich schon vor Jahren in einem Rezeptheft für Kinder entdeckt habe.

Einfach vor dem Kochen Spaghetti durch die Würstchen stecken…

… Das Ergebnis schmeckt zwar nicht besser, aber das Essen macht richtig Spaß. Ist doch schön.


Und zu guter Letzt habe ich endlich in die verstaubte Bastelkiste gegriffen und meine improvisierten Blumentöpfe mit Serviettentechnik verschönert.

Ich habe von dieser Technik schon viel gehört und wollte sie seit Ewigkeiten einmal selbst ausprobieren.
Und mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden, ganz zu Schweigen davon, wie schnell und unkompliziert die Umsetzung war.

Großes Plus: Auch für die kleine Tochter, die mit ihren eineinhalb Jahren schon fleißig mitgebastelt hat, ist das Ergebnis ein großer Erfolg. Jedes mal, wenn ihr Blick auf die Dosen fällt, zeigt sie ganz stolz darauf und erklärt, dass sie das mit Mama gebastelt hat. Ein großer Erfolg für einen kleinen Menschen.

Kochen ohne Herd (Teil 1?)

Dies und das



Da mir das Kochen jetzt doch schon ein bisschen abgeht, habe ich gestern ein wenig experimentiert. Stellt sich heraus, man kann tatsächlich auf einem Plattengrill halbwegs gut Dinge anbraten.





Zugegebenermaßen waren die Zwiebel danach nicht hundertprozentig glasig, war aber egal, da das ganze anschließend noch in Gemüsebrühe aufgekocht wurde – was nur mäßig funktioniert hat, aber so schlecht dann auch nicht.

Das Endergebnis war überraschend ansehnlich und hat auch gut geschmeckt. Also alles in Allem ein Erfolg:

Mahlzeit!
Das Rezept ist übrigens von hier:
https://www.chefkoch.de/rezepte/1991341322635947/Gemischter-Salat-mit-warmen-Champignons-und-Honig-Senf-Vinaigrette.html