Toulouse 2026 – Ein Tag in Paris (Teil 1)

Fotografie, Reisen

Am vierten Tag unserer Reise waren wir schließlich endlich in Paris. Unsere Tochter hatte schon seit Monaten unbedingt den Eiffelturm sehen wollen. Dementsprechend wurde aus dem „Wann sind wir da?“ im Auto dann ein „Wo ist der Eiffelturm?“ während des Vormittags in der französischen Hauptstadt. Paris hat ihr aber allgemein sehr gut gefallen.

Da wir nicht mit dem Auto durch Paris fahren wollten, haben wir ein Hotel etwas außerhalb in der Stadt Noisy-le-Grand gebucht. Von dort kann man mit der Schnellbahn und dann nach Bedarf mit der Metro in die Innenstadt fahren.
Sowohl Fahrzeit also auch Ticketpreise sind völlig in Ordnung, wir haben es nicht bereut, diese Variante dem Auto vorgezogen zu haben.

Die erste Sehenswürdigkeit auf unserer Route war die Kathedrale Notre-Dame de Paris. Vom Großbrand im Jahr 2019 sind zumindest äußerlich keine Spuren mehr erkennbar. Das Innere der Kathedrale haben wir ob der Warteschlange quer über den Platz auf einen anderen Aufenthalt verschoben.

Zwei weitere Must-Sees für Tagestouristen sind natürlich die Pyramide des Louvre und der Arc de Triomphe du Carrousel gleich daneben, der zwar nur in etwa halb so groß wie sein berühmter Nebenmann, aber dennoch sehr beeindruckend ist.

Das Vierergespann am Dach ist übrigens eine Replik der Pferde am Markusplatz in Venedig (mittlerweile ebenfalls eine Replik, das Original steht dort im Dommuseum). Es gibt einen Grund dafür, warum mir die Pferde ins Auge gesprungen sind. Zufällig habe ich erst kürzlich das Buch „Unter dem Halbmond“, einen Reisebereicht des preußischen Offiziers Helmuth Graf von Moltke aus den Jahren 1835 bis 1839 gelesen, wo ebendieses Vierergespann vorkommt. Lange bevor Napoleon es aus Venedig geraubt hatte, war es im Zuge des vierten Kreuzzuges 1204 aus Konstantinopel geraubt worden. Der Ursprung des Vierergespanns ist bis heute nicht geklärt, wird aber irgendwo zwischen 400 v. Chr. und 200 n. Chr. irgendwo im Bereich Rom oder Griechenland angenommen. Ich mag es, wenn Wissen, dass man aus Büchern hat, einem plötzlich in der realen Welt begegnet.

Auch den Louvre haben wir nebenbei bemerkt nur von außen gesehen, für eine komplette Besichtigung bräuchte man mehrere Tage.

Als nächstes kamen wir an einem riesigen Heißluftballon vorbei, allerdings an keinem echten. Naja, halbecht. Der offizielle Name dieser Installation ist Vasque des Jeux Olympiques et Paralympiques de Paris 2024 und sie war Teil des Staffellaufs für die olympischen Sommerspiele 2024. Heute besteht die „Flamme“ aus beleuchtetem Wassernebel, sieht aber auf den ersten Blick sehr echt aus. Die besondere Form soll daran erinnern, dass von eben diesem Platz aus, dem Jardin des Tuileries, im Jahr 1783 der erste Flug mit einem Heißluftballon unternommen wirde.

Der Ballon soll hier jeden Sommer bis zu den nächsten olympischen Sommerspielen 2028 stehen und ist kann tatsächlich aufsteigen. Jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit erhebt sich die ganze Installation ein Stück in den Himmel, um kurz darauf wieder abgesenkt zu werden. Hochgehoben wird der „Heißluftballon“ allerdings mit Helium.

Bild: Vasque des Jeux Olympiques. Canon EOS 600D, F/11, 1/320s, ISO-100

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg
Ein Tag in Paris (Teil 1)

Toulouse 2026 – Château Le Schlossberg

Fotografie, Reisen

Geworden ist das schließlich die Burg Schlossberg in der kleinen Stadt Forbach. Diese gehörte in der Zeit zwischen dem deutsch-französischen Krieg 1870 und dem Ende des ersten Weltkriegs 1918 zur deutschen Reichsprovinz Elsass-Lothringen, weshalb man an einigen Stellen deutschsprachige Beschriftungen finden kann.

Strasbourg hat uns länger in Beschlag genommen als geplant, weshalb wir eigentlich nicht viel Zeit für einen zweiten Zwischenstopp hatten. Wir hatten uns aber fest vorgenommen, wenn nur irgendwie möglich, mit den Kindern nicht mehr als zwei oder maximal drei Stunden am Stück im Auto zu verbringen. Und so haben wir uns dann doch noch einen kleinen Spaziergang für zwischendurch entlang der Route herausgesucht.

Als Ausflugstipp zeichnet sich der Park rund um die Burg auch deshalb aus, weil sich hier ein riesiger Hochseilgarten befindet. Wir hatten leider keine Zeit, ihn auszuprobieren, konnten uns aber dennoch ein gutes Bild machen. Der Kletterpark erstreckt sich mit zahlreichen Pfaden unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad über den gesamten Hügel und um die Burg herum. Für Kletterfreunde in der Nähe jedenfalls einen Besuch wert.

Von oben hat man außerdem einen guten Ausblick auf ein markantes Bauwerk. Es handelt sich um das Fördergerüst des ehemaligen Kohlebergwerks Siège Simon. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde hier Kohle gefördert, die Grube wurde zu einer der wichtigsten der Region.

Im Februar 1985 kam es zu einem schweren Unglück, bei dem im Zuge einer Gasexplosion 22 Bergleute ihr Leben verloren. Im Zuge einer darauf folgenden Untersuchung waren zahlreiche Sicherheitsmängel festgestellt worden, weshalb der Bauleiter und sein Stellvertreter wegen Todschlags und fahrlässiger Tötung verurteilt wurden.

Im Dezember 1997 wurde der Kohleabbau in Siège Simon endgültig eingestellt. Das Fördergerüst blieb als Industriedenkmal erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Nach der kleinen Wanderung durften sich die Kinder am Fuß des Hügels noch auf dem sehr nett angelegten Spielplatz austoben. Leider waren die öffentlichen Toiletten (sprich Dixi-Klos) alle verschlossen, weshalb wir uns bald auf den Weg machen mussten. Da es leider vor Ort nur ein eher gehobenes Restaurant gibt, das nicht ganz unserer Stimmung entsprach, gönnten wir uns einen kurzen Aufenthalt bei einem McDonald’s entlang der Autobahn. Dabei postiv aufgefallen: das teilweise wieder verwendbare Geschirr. Da könnte man sich in Österreich ja ruhig etwas abschauen.

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg
Ein Tag in Paris (Teil 1)

Toulouse 2026 – Das wunderschöne Strasbourg

Fotografie, Reisen

An Tag 3 unserer Reise haben wir endlich die französische Grenze überquert und auch bald unser Hauptausflugsziel dieses Tages erreicht. Und gleich muss ich sagen, Strasbourg ist auf jeden Fall sofort auf meiner Liste der schönsten Städte gelandet, die ich je besucht habe. In den etwa drei Stunden, die wir dort verbracht haben, hatten wir mehr Wow-Eindrücke als man oft in einem ganzen Urlaub hat. Ich muss dazu auch erwähnen, dass ich eigentlich kein Städtereisender bin, normalerweise schaffen es atemberaubende Landschaften, mich von den Socken zu hauen, Städte aber eher nicht. Umso mehr war Strasbourg etwas besonderes für mich.

Wir haben unser Auto in der Nähe des Domplatzes geparkt, diesmal haben wir die Parkmöglichkeiten im Vorfeld etwas genauer recherchiert als noch in Nürnberg, um ein weiteres unnötiges Herumkurven in engen Gassen zu vermeiden. Das Straßburger Münster war also auch die erste Sehenswürdigkeit auf unserer Altstadt-Runde.

Ich muss zugeben, dass ich es mir da mittlerweile einfach mache. Nachdem ich in mehreren Städten immer wieder mühsam und oft erfolglos versucht habe, über eine einfache Google-Suche kurze Spaziergänge zu finden, bei denen man in kurzer Zeit möglichst viel zu sehen bekommt, bin ich nun dazu übergegangen, ChatGPT zu befragen. Ein einfaches „Strasbourg in zwei Stunden“ hat mir in diesem Fall nicht nur eine vorgeschlagene Route, sondern sogar ein, wenn auch ungenaue, Stadtkarte mit eingezeichnetem Weg ausgespuckt.

Das Münster also, im Französischen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg genannt, wurde im 15. Jahrhundert fertiggestellt und war eine Zeit lang das höchste Gebäude der Welt. Auf den ersten Blick hat es mich sofort an den Wiener Stephansdom erinnert, da bei beiden Kirchen einer der beiden Türme unvollendet geblieben ist. In beiden Fällen war wohl Geldmangel der Grund, auch wenn es zum Stephansdom ja als alternative Erklärung auch die Sage vom Meister Puchsbaum gibt.

Nach einer Umrundung der Kathedrale sind wir in Richtung unseres nächsten Ziels durch die Altstadt geschlendert. Strasbourg hat wirklich viele Facetten und, dass eine Stadt so viele unterschiedliche Eindrücke vermittelt, die jeder für sich genommen Begeisterung hervorrufen, sorgt für die Eingangs erwähnten Wow-Momente und macht die Stadt so einzigartig.

Unser nächster Halt war La Petite France, wo einem, um es einmal ganz frei heraus zu sagen, die Augen herausfallen, weil es dort einfach so schön ist. Ich liebe Fachwerkhäuser und ich liebe Kanäle, hier hat man beides und damit war ich schon verloren an diese Stadt. Das Viertel bietet neben zahlreichen Fotomotiven auch viele Möglichkeiten zum Essen, zum Einkaufen, oder Flanieren.

Unser Weg führte uns bis zu den Ponts Couverts de Strasbourg, vier Türmen, verbunden durch drei Brücken, Teil einer Verteidigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Der Name („gedeckte Brücken“) kommt daher, dass die Brücken früher Holzdächer besaßen, um die dort stationierten Soldaten bei Angriffen zu schützen.

Man kann die Brücken und Türme sehr gut von der Passage Georges Frankhauser aus sehen, die durch die Barrage Vauban verläuft, welche im 17. Jahrhundert mit der Idee gebaut wurde, im Fall eines Angriffs die Gebiete südlich der Stadt fluten zu können, um dem Feind das Vorankommen zu erschweren. Die Passage ist nach Georges Frankhauser benannt, dem Gründer der Vereinigung „Freunde von Straßburg“.

Strasbourg ist jedenfalls eine Stadt, die mich wiedersehen wird.

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg
Ein Tag in Paris (Teil 1)