Toulouse 2026 – Château Le Schlossberg

Fotografie, Reisen

Geworden ist das schließlich die Burg Schlossberg in der kleinen Stadt Forbach. Diese gehörte in der Zeit zwischen dem deutsch-französischen Krieg 1870 und dem Ende des ersten Weltkriegs 1918 zur deutschen Reichsprovinz Elsass-Lothringen, weshalb man an einigen Stellen deutschsprachige Beschriftungen finden kann.

Strasbourg hat uns länger in Beschlag genommen als geplant, weshalb wir eigentlich nicht viel Zeit für einen zweiten Zwischenstopp hatten. Wir hatten uns aber fest vorgenommen, wenn nur irgendwie möglich, mit den Kindern nicht mehr als zwei oder maximal drei Stunden am Stück im Auto zu verbringen. Und so haben wir uns dann doch noch einen kleinen Spaziergang für zwischendurch entlang der Route herausgesucht.

Als Ausflugstipp zeichnet sich der Park rund um die Burg auch deshalb aus, weil sich hier ein riesiger Hochseilgarten befindet. Wir hatten leider keine Zeit, ihn auszuprobieren, konnten uns aber dennoch ein gutes Bild machen. Der Kletterpark erstreckt sich mit zahlreichen Pfaden unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad über den gesamten Hügel und um die Burg herum. Für Kletterfreunde in der Nähe jedenfalls einen Besuch wert.

Von oben hat man außerdem einen guten Ausblick auf ein markantes Bauwerk. Es handelt sich um das Fördergerüst des ehemaligen Kohlebergwerks Siège Simon. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde hier Kohle gefördert, die Grube wurde zu einer der wichtigsten der Region.

Im Februar 1985 kam es zu einem schweren Unglück, bei dem im Zuge einer Gasexplosion 22 Bergleute ihr Leben verloren. Im Zuge einer darauf folgenden Untersuchung waren zahlreiche Sicherheitsmängel festgestellt worden, weshalb der Bauleiter und sein Stellvertreter wegen Todschlags und fahrlässiger Tötung verurteilt wurden.

Im Dezember 1997 wurde der Kohleabbau in Siège Simon endgültig eingestellt. Das Fördergerüst blieb als Industriedenkmal erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Nach der kleinen Wanderung durften sich die Kinder am Fuß des Hügels noch auf dem sehr nett angelegten Spielplatz austoben. Leider waren die öffentlichen Toiletten (sprich Dixi-Klos) alle verschlossen, weshalb wir uns bald auf den Weg machen mussten. Da es leider vor Ort nur ein eher gehobenes Restaurant gibt, das nicht ganz unserer Stimmung entsprach, gönnten wir uns einen kurzen Aufenthalt bei einem McDonald’s entlang der Autobahn. Dabei postiv aufgefallen: das teilweise wieder verwendbare Geschirr. Da könnte man sich in Österreich ja ruhig etwas abschauen.

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg

Toulouse 2026 – Das wunderschöne Strasbourg

Fotografie, Reisen

An Tag 3 unserer Reise haben wir endlich die französische Grenze überquert und auch bald unser Hauptausflugsziel dieses Tages erreicht. Und gleich muss ich sagen, Strasbourg ist auf jeden Fall sofort auf meiner Liste der schönsten Städte gelandet, die ich je besucht habe. In den etwa drei Stunden, die wir dort verbracht haben, hatten wir mehr Wow-Eindrücke als man oft in einem ganzen Urlaub hat. Ich muss dazu auch erwähnen, dass ich eigentlich kein Städtereisender bin, normalerweise schaffen es atemberaubende Landschaften, mich von den Socken zu hauen, Städte aber eher nicht. Umso mehr war Strasbourg etwas besonderes für mich.

Wir haben unser Auto in der Nähe des Domplatzes geparkt, diesmal haben wir die Parkmöglichkeiten im Vorfeld etwas genauer recherchiert als noch in Nürnberg, um ein weiteres unnötiges Herumkurven in engen Gassen zu vermeiden. Das Straßburger Münster war also auch die erste Sehenswürdigkeit auf unserer Altstadt-Runde.

Ich muss zugeben, dass ich es mir da mittlerweile einfach mache. Nachdem ich in mehreren Städten immer wieder mühsam und oft erfolglos versucht habe, über eine einfache Google-Suche kurze Spaziergänge zu finden, bei denen man in kurzer Zeit möglichst viel zu sehen bekommt, bin ich nun dazu übergegangen, ChatGPT zu befragen. Ein einfaches „Strasbourg in zwei Stunden“ hat mir in diesem Fall nicht nur eine vorgeschlagene Route, sondern sogar ein, wenn auch ungenaue, Stadtkarte mit eingezeichnetem Weg ausgespuckt.

Das Münster also, im Französischen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg genannt, wurde im 15. Jahrhundert fertiggestellt und war eine Zeit lang das höchste Gebäude der Welt. Auf den ersten Blick hat es mich sofort an den Wiener Stephansdom erinnert, da bei beiden Kirchen einer der beiden Türme unvollendet geblieben ist. In beiden Fällen war wohl Geldmangel der Grund, auch wenn es zum Stephansdom ja als alternative Erklärung auch die Sage vom Meister Puchsbaum gibt.

Nach einer Umrundung der Kathedrale sind wir in Richtung unseres nächsten Ziels durch die Altstadt geschlendert. Strasbourg hat wirklich viele Facetten und, dass eine Stadt so viele unterschiedliche Eindrücke vermittelt, die jeder für sich genommen Begeisterung hervorrufen, sorgt für die Eingangs erwähnten Wow-Momente und macht die Stadt so einzigartig.

Unser nächster Halt war La Petite France, wo einem, um es einmal ganz frei heraus zu sagen, die Augen herausfallen, weil es dort einfach so schön ist. Ich liebe Fachwerkhäuser und ich liebe Kanäle, hier hat man beides und damit war ich schon verloren an diese Stadt. Das Viertel bietet neben zahlreichen Fotomotiven auch viele Möglichkeiten zum Essen, zum Einkaufen, oder Flanieren.

Unser Weg führte uns bis zu den Ponts Couverts de Strasbourg, vier Türmen, verbunden durch drei Brücken, Teil einer Verteidigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Der Name („gedeckte Brücken“) kommt daher, dass die Brücken früher Holzdächer besaßen, um die dort stationierten Soldaten bei Angriffen zu schützen.

Man kann die Brücken und Türme sehr gut von der Passage Georges Frankhauser aus sehen, die durch die Barrage Vauban verläuft, welche im 17. Jahrhundert mit der Idee gebaut wurde, im Fall eines Angriffs die Gebiete südlich der Stadt fluten zu können, um dem Feind das Vorankommen zu erschweren. Die Passage ist nach Georges Frankhauser benannt, dem Gründer der Vereinigung „Freunde von Straßburg“.

Strasbourg ist jedenfalls eine Stadt, die mich wiedersehen wird.

Die komplette Reise (Toulouse 2026):
Die ersten Schwierigkeiten
Zwischenstopp am Traunsee
Ein Abend in Regensburg
Bad Abbach, Augsburg, Ulm
Das wunderschöne Strasbourg
Château Le Schlossberg