Zeiten

Lyrik, Word in Progress

Erde, Wasser, Luft und Feuer

Geben dieser Welt Gestalt.

Erde ist uns lieb und teuer,

Gibt uns Heim und Unterhalt.

Weite Schluchten, tiefe Gräben,

Wie ein Herz, das viel schon sah,

Kind der Zeit, geformt vom Leben

Und noch immer wunderbar.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter,

Immer nährst du unsre Saat.

Frucht und Korn sind deine Kinder,

Unser Wohlsein deine Tat.

Gute Erde, unser Acker,

Gibst uns Nahrung, gibst uns Halt.

Krieg und Frieden trotzt du wacker,

Wie auch der Natur Gewalt.

Die Stadt der Wendigowak (Leseprobe)

Leseproben, Word in Progress

Hier eine kurze Leseprobe meiner diesjährigen Einsendung zur WELTENTOR-Ausschreibung. Eingesendet drei Minuten vor Einsendeschluss 😉

Stelle 1:
Nora entdeckte ihren Eingang in die andere Welt, als sie etwa acht Jahre alt war. Nicht in einem Kaninchenbau oder hinter ihrem Kleiderschrank, sondern in ihrem eigenen Kopf. In ihren Gedanken hörte sie eine Stimme von der anderen Seite, eine Stimme, die ihren Namen flüsterte. Bald lernte sie, in die andere Welt hinüberzuwechseln wann immer sie wollte und gerade dort, wo sie sich augenblicklich befand. Die Stimme in ihren Gedanken leitete sie an.Die andere Welt war dieser sehr ähnlich. Es gab Häuser und Straßen, Parks, Spielplätze, Blumenwiesen. Nur eines gab es nicht – Menschen. Die andere Welt war verlassen und einsam. Keine Erwachsenen, die einen schimpften oder aufs Zimmer schickten, keine anderen Kinder, die die Schaukeln besetzten, die Rutsche nicht teilen wollten und keinen Platz in der Sandkiste machten. Man konnte kaputt machen, was man wollte ohne angeschrien zu werden, konnte laut sein ohne Rücksicht nehmen zu müssen, konnte rennen und toben ohne Ermahnungen. Nora lernte die andere Welt zu lieben, doch eines wusste sie noch nicht – die andere Welt war die Welt der Wendigowak.

Stelle 2:
Aus den Trümmern eines der näheren Gebäude trat Noras Gefährte an ihre Seite und beobachtete den neuen Gast. Emily konnte einen Schrei nun nicht mehr unterdrücken. Mit vor Terror geweiteten Augen starrte das Mädchen auf die riesige Gestalt vor ihr, die ihren schlimmsten Alpträumen entstiegen zu sein schien. Inmitten eines hirschähnlichen Schädels leuchteten ihr anstelle von Augen zwei rote Sphären entgegen, die sie anzustarren schienen und ihren Blick fesselten. Der Kreatur hingen Fell und Fleisch in Fetzen von den blanken Knochen, die Vorderbeine endeten in riesigen Pranken und zwischen gefletschten Zähnen quollen Speichel und Schaum hervor. Ein mächtiges Geweih ließ das Wesen noch größer und beängstigender aussehen. In der Brust des Wesens, sichtbar zwischen Rippen und fauligem Fleisch, schlug ein Herz aus Eis.

Möglicher Prolog?

Word in Progress

After hours and hours her cold fingers were still clutching the bracelet. She didn’t even know whom she was protecting it for, she would certainly not have any use for it herself. Every moment or the other she felt Death running his cold fingers down her spine, demandingly, impatiently. But it wasn’t yet time. “Wait”, she whispered, her fading breath barely visible in the cold air. “You have to wait some more.”
Soon she would hear the sound of branches cracking under the steps of unsteady feet, the calls of a worried man, looking not for her.
She would know then, why she had kept the bracelet all that time. When she would be found, when she would be most gently lifted, when his eyes would be meeting hers, she would speak under her dying breath the last words ever coming out of a fairy’s mouth: “It was Mirella’s. You should have it, she would have wanted you to. I could not save her, I am sorry. Please know, that I love you, I always have.” And with that she would close her tear-filled eyes, finally giving in to the unflinching grip of Death, letting herself drift away into the depth of sweet oblivion.