Die Stadt der Wendigowak (Leseprobe)

Leseproben, Word in Progress

Hier eine kurze Leseprobe meiner diesjährigen Einsendung zur WELTENTOR-Ausschreibung. Eingesendet drei Minuten vor Einsendeschluss 😉

Stelle 1:
Nora entdeckte ihren Eingang in die andere Welt, als sie etwa acht Jahre alt war. Nicht in einem Kaninchenbau oder hinter ihrem Kleiderschrank, sondern in ihrem eigenen Kopf. In ihren Gedanken hörte sie eine Stimme von der anderen Seite, eine Stimme, die ihren Namen flüsterte. Bald lernte sie, in die andere Welt hinüberzuwechseln wann immer sie wollte und gerade dort, wo sie sich augenblicklich befand. Die Stimme in ihren Gedanken leitete sie an.Die andere Welt war dieser sehr ähnlich. Es gab Häuser und Straßen, Parks, Spielplätze, Blumenwiesen. Nur eines gab es nicht – Menschen. Die andere Welt war verlassen und einsam. Keine Erwachsenen, die einen schimpften oder aufs Zimmer schickten, keine anderen Kinder, die die Schaukeln besetzten, die Rutsche nicht teilen wollten und keinen Platz in der Sandkiste machten. Man konnte kaputt machen, was man wollte ohne angeschrien zu werden, konnte laut sein ohne Rücksicht nehmen zu müssen, konnte rennen und toben ohne Ermahnungen. Nora lernte die andere Welt zu lieben, doch eines wusste sie noch nicht – die andere Welt war die Welt der Wendigowak.

Stelle 2:
Aus den Trümmern eines der näheren Gebäude trat Noras Gefährte an ihre Seite und beobachtete den neuen Gast. Emily konnte einen Schrei nun nicht mehr unterdrücken. Mit vor Terror geweiteten Augen starrte das Mädchen auf die riesige Gestalt vor ihr, die ihren schlimmsten Alpträumen entstiegen zu sein schien. Inmitten eines hirschähnlichen Schädels leuchteten ihr anstelle von Augen zwei rote Sphären entgegen, die sie anzustarren schienen und ihren Blick fesselten. Der Kreatur hingen Fell und Fleisch in Fetzen von den blanken Knochen, die Vorderbeine endeten in riesigen Pranken und zwischen gefletschten Zähnen quollen Speichel und Schaum hervor. Ein mächtiges Geweih ließ das Wesen noch größer und beängstigender aussehen. In der Brust des Wesens, sichtbar zwischen Rippen und fauligem Fleisch, schlug ein Herz aus Eis.

Möglicher Prolog?

Word in Progress

After hours and hours her cold fingers were still clutching the bracelet. She didn’t even know whom she was protecting it for, she would certainly not have any use for it herself. Every moment or the other she felt Death running his cold fingers down her spine, demandingly, impatiently. But it wasn’t yet time. “Wait”, she whispered, her fading breath barely visible in the cold air. “You have to wait some more.”
Soon she would hear the sound of branches cracking under the steps of unsteady feet, the calls of a worried man, looking not for her.
She would know then, why she had kept the bracelet all that time. When she would be found, when she would be most gently lifted, when his eyes would be meeting hers, she would speak under her dying breath the last words ever coming out of a fairy’s mouth: “It was Mirella’s. You should have it, she would have wanted you to. I could not save her, I am sorry. Please know, that I love you, I always have.” And with that she would close her tear-filled eyes, finally giving in to the unflinching grip of Death, letting herself drift away into the depth of sweet oblivion.

Hauptgewinn

Dies und das

Stell dir vor, du gewinnst eine Eintrittskarte für den tollsten Vergnügungspark der Welt, in dem es alle Attraktionen gibt, die du dir nur irgendwie vorstellen kannst. Du kannst mit so vielen fahren, wie du willst, aber nur für einen Tag. Würdest du nicht versuchen, so viele Attraktionen wie möglich auszuprobieren, solange dein Ticket noch gültig ist?

Genauso geht es mir mit dem Leben. Man lebt nur einmal.

phersu

Dies und das

Dass das Wort “Person” sich ursprünglich aus dem etruskischen Wort “phersu” herleitet, das “Maske” bedeutet, sagt meiner Meinung nach viel über die Menschen aus. Zu unserer Person gehört also, bereits aus der Definition des Wortes heraus, die Maske, die wir tragen, untrennbar mit dazu. Was bleibt, wenn wir alle Masken fallen lassen, das ist der Mensch, der wir sind.

Die letzten Blätter fallen

Dies und das

Der Winter ist die Zeit des Überdauerns,des Durchhaltens. Und doch sind im Winter alle gleich, denn niemand trägt mehr Laub. Man muss sich nicht stark zeigen, muss niemandem etwas beweisen. Es ist eine Zeit des Ausruhens. Erst im Frühjahr zeigt sich dann, wer auch nach dem langen Winter die Stärke für einen Neuanfang hat, denn für die anderen endet der Winter nicht mehr..

Was ich mir wünsche

Dies und das

Gestern habe ich mir gewünscht, einfach mal für ein paar Tage rauszukommen. Nicht wegzulaufen, aber mich zu erholen. In einem schönen Hotel, einfach mal Ruhe haben. Dann neu gestärkt in den Alltag zurück, der mir eigentlich momentan ganz gut gefällt so wie er ist.

Jetzt gerade wünsche ich mir, mit dem Zug zu fahren und die Lichter der Stadt zu sehen, was ich auch gerade tue, weswegen ich im Moment sehr glücklich bin.

Morgen werde ich mir vielleicht wünschen, die Welt zu entdecken, das wünsche ich mir oft.
Am Sonntag wünsche ich mir jedes Mal, ich hätte nicht so viel Arbeit liegen gelassen, aber das ist schon ok, weil das Erholung auch ab und zu wichtig ist.

Neulich sagte ich, “Weißt du, was ich mir wünsche?” und als Erwiderung bekam ich “Aber geh, wehe du willst jetzt schon wieder was von mir. ”
Ich will garnichts von irgendwem, das hab ich schon gelernt, dass man da nicht weiterkommt. Ich wünsche mir Dinge, weil Wünschen auch wichtig ist. Zu Wünschen soll man nie aufhören.