Schneeglöckchen

Zwei auf einen Streich

Dies und das, Fotografie

Es liegt zwar schon wieder eine Weile zurück, aber heuer sind mir gleich zwei Dinge, die ich mir für jedes Jahr vornehme, die aber einen zeitlich begrenzten Möglichkeitsrahmen haben, auf einen Streich gelungen. Ich war Bärlauch brocken und bei dieser Gelegnheit habe ich Schneeglöckchen fotografiert.

Das mit dem Bärlauch habe ich letztes Jahr auch hinbekommen, die Schneeglöckchen verpasse ich aber seit Jahren. Man wartet darauf, dass der Winter endlich vorbei ist und wenn man endlich das Gefühl hat, es könnte jetzt langsam Frühling werden, ist das mit den Schneeglöckchen schon wieder vorbei.

Dabei finde ich diese ersten Frühlingsboten absolut bezaubernd. Lange wusste ich nicht, dass es sogar über 20 natürlich vorkommende Arten von Schneeglöckchen gibt. Heuer habe ich sie, wie gesagt, erwischt.

Für den Bärlauch habe ich meinen ganz speziellen Spot, der auch deshlab speziell ist, weil ihn mir meine Oma gezeigt hat. Der Familienspot sozusagen, dessen genaue Position von Generation zu Generation weitergegeben wird. Praktischerweise erreicht man ihn gut mit dem Fahrrad und meine Tochter kann nun auch schon die insgesamt etwa 25km schaffen, die der Weg hin und zurück insgesamt etwa ausmacht.

Die Wiener Lobau zeigt sich um diese Jahreszeit noch unscheinbar, ist mit dem Rad aber gut befahrbar. Mittlwerweile ist auch wirklich gut ausgeschildert, welche Wege für Fahrräder zugelassen sind und welche nicht, meine anfängliche Angst, unabsichtlich auf einen „verbotenen“ Weg abzuzweigen, hat sich also als unbegründet herausgestellt. Diese Wege sind dann auch mit Anhänger gut nutzbar, es muss also niemand zu Hause bleiben, auch der Einjährige nicht.

Bärlauch gab es dann auch reichlich, die Gefahr der Verwechsluing mit anderen Pflanzen ist, wenn man sich ein wenig auskennt, eigentlich eher gering, außerdem wachsen diese an meinem speziellen Spot nicht.

Bei diesem Ausflug habe ich dann auch gemerkt, dass mein Sohn ein absolutes Waldkind ist. Einmal im Wald platziert, stapfte er ohne Scheu einfach drauf los, mal hierhin, mal dorthin, und wollte alles entdecken. Er hat auch selbst schon ein bisschen geerntet und brav ins Sackerl gelegt. Das aus der Ernte entstandene Pesto hat ihm dann auch sehr gut geschmeckt.

Mit Radanhänger um den Ring

Dies und das, Fotografie, Reisen

Ich bin ja ein Freund der längerfristigen Projekte und als solcher habe ich mir in den Kopf gesetzt, alle Radtouren aus meinem neuen Buch „Radregion Rund um Wien“ auszutesten – der Reihe nach und mit Fahrradanhänger.

Tatsächlich gibt es zwar zahlreiche Bücher, Websites und Blogs zum Thema Radfahren, wie es allerdings aussieht, wenn man als Familie mit Anhänger unterwegs ist, darüber lässt sich schon schwerer etwas finden. Das fängt damit an, dass nicht immer ersichtlich ist, ob ein Weg mit Anhänger überhaupt sinnvoll befahrbar ist, geht aber auch so weit, dass es unmöglich ist, herauszufinden, in welchen Zügen man zusätzlich zu den Fahrrädern auch einen Anhänger transportieren darf, das lässt sich nämlich laut Website der ÖBB nur beim Schalter erfragen.

Die erste Route in dem Buch lässt sich noch recht unkompliziert bewerkstelligen. Es handelt sich um eine Route einmal rund um den Ring. Nun gibt es zwar um den gesamten Ring einen gut ausgebauten Radweg. Wie einfach es ist, überhaupt zum Ring zu kommen, hängt allerdings stark davon ab, aus welcher Richtung man kommt. Ich kam über die Reichsbrücke, hatte bis zum Praterstern einen sehr angenehmen Weg. Dann geriet ich allerdings in eine riesige Baustelle, was in der Wiener Innenstadt nun mal keine Seltenheit ist. Zum Glück fahre ich mittlerweile auch im Verkehr recht entspannt, seit ich festgestellt habe, dass die Mähr vom grantigen Autofahrer eben nur das ist – eine Geschichte. Wiener sind allgemein grantig, im Auto aber auch nicht mehr als sonst.

Am Ring angekommen ging dann alles reibungslos. Ich fahre ja sehr gerne am Ring Rad, man muss nur den Verkehr ausblenden, der leider je nach Wochentag und Uhrzeit doch sehr stark ausfallen kann. Abgesehen vom Autolärm ist der Ring aber jedenfalls groß genug für alle. Neben den Autos haben Straßenbahnen, Radfahrer, Jogger und natürlich Spaziergänger Platz. Die Wiener Ringstraße ist eine Straße für alle.

Immer wieder kreuzen die für die Wiener Innenstadt typischen Fiaker den Ring. Das ist schon etwas ganz eigenes, wenn man an der roten Ampel steht und darauf wartet, dass das Pferd die Straße überquert. Die Kutschen sind zwar kein wirkliches Verkehrsmittel, sondern ein Sightseeing-Angebot für Touristen, sie sind dennoch ein gewohnter Teil des Stadtbildes.

Für seine gerade mal 5km zeigt sich der Ring als durchaus abwechslungsreiche Strecke. Während man auf dem Abschnitt zwischen Urania und Karlsplatz so richtig das Gefühl hat, durch die Stadt zu fahren, mit vielen Ampeln, hohen Häusern und allem, was dazugehört, öffnet sich der Ring dann nach rechts zum Burggarten, links zum Maria-Theresien-Platz zwischen den großen Museen, rechts zum Volksgarten, links zum Rathauspark. Das Gefühl lautet eher Außenbezirk als Innere Stadt. Schließlich erreicht man über den Schottenring den Franz-Josefs-Kai. Und wieder ist das Flair ein völlig anderes. Der Donaukanal ist mit seinen weitläufigen Graffiti-Wänden und dem gut ausgebauten Fuß-/Radweg ein Stück Wien, dem jeder Tourist einen Besuch abstatten sollte. Bei schönem Wetter kann man hier herrlich das Wasser entlang spazieren und sich auf einer der zahlreichen Bänke oder auch direkt im Gras eine Pause gönnen.

Alles in Allem hat die Tour gut funktioniert. Für sich genommen ist sie natürlich kurz, bietet sich aber als Abstecher an, falls man ohnehin durch die Stadt muss. Selbst in einem gemütlichen Tempo schafft man es in 30 bis 45 Minuten einmal rundherum. Wenn man dazwischen Fotopausen einplant, ist man mit der Ring-Route eine gute Stunde beschäftigt und hat in dieser kurzen Zeit zahlreiche Facetten der Stadt Wien gesehen. Auch der Anhänger stellte auf den gut ausgebauten Radwegen kein Hindernis dar.