Warum wir Masken tragen

Dies und das

Es ist ein häufiges Thema in der Kunst, sei es nun in der Literatur, der Musik, in Filmen, Mangas oder Gemälden, dass wir Masken tragen, um unsere wahren Gefühle zu verbergen.
Doch der Grund dafür ist nicht immer, dass wir unsere Gefühle nicht zeigen wollen. Oft ist der Grund auch der, dass wir genau wissen, dass die anderen unsere wahren Gefühle nicht sehen möchte.
Wenn jemand fragt: “Wie geht es dir?”, möchte er hören: “Gut, danke, und dir?” Es ist eine Floskel des höflichen Smalltalks, keine ernst gemeinte Frage. Mit der ehrlichen Antwort, dass es einem nicht so gut geht, können viele nicht wirklich umgehen, fühlen sich überrumpelt.
Noch weniger wollen sie wissen, warum es einem nicht gut geht. “Jetzt reg dich doch deshalb nicht auf”, bekommt man dann oft zurück, oder “das ist doch keine große Sache.”
“Er hat es sicher nicht so gemeint.”
“Das kann doch jedem passieren.”
“Ist doch nichts dabei.”
“Sei doch deshalb jetzt nicht schlecht drauf!”
Ja genau, die anderen wollen nicht, dass man schlecht drauf ist, sie wollen in der Illusion leben, dass alle um sie herum immer gut gelaunt sind, damit sie sich in Ruhe mit ihren eigenen Problemen befassen können. Manchmal sind andere Menschen dann sogar böse auf einen, wenn man ihnen erklärt, weshalb es einem nicht gut geht. Weil es eine Frechheit ist, dass es einem wegen “sowas” schlecht geht.
Trost findet man eher selten.
Was ich sagen will: Wer betrübt ist, in einer Welt zu leben, in der jeder Mensch eine Maske trägt, sollte zunächst einmal sich selbst fragen, ob er überhaupt bereit für das ist, was hinter all diesen Masken steckt.

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